Hunderttausende Euro für Sozialbestattungen : Teurer Tod in MV: Wenn das Geld für das Begräbnis nicht reicht

Die Gemeinden in MV müssen viel Geld für Bestattungen für Menschen ausgeben, die vor ihrem Tod nicht selbst vorgesorgt haben und deren Angehörige nicht in der Lage sind, die Kosten zu tragen.

Die Gemeinden in MV müssen viel Geld für Bestattungen für Menschen ausgeben, die vor ihrem Tod nicht selbst vorgesorgt haben und deren Angehörige nicht in der Lage sind, die Kosten zu tragen.

Nicht jeder kann sich eine Bestattung leisten. Dann springt das Amt ein.

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18. November 2019, 12:00 Uhr

Die öffentliche Hand in Mecklenburg-Vorpommern gibt jedes Jahr mehrere hunderttausend Euro für sogenannte Sozialbestattungen aus. Allein die Landeshauptstadt Schwerin hat in diesem Jahr schon mehr als 200.000 Euro Beerdigungskosten für Menschen übernommen, die vor ihrem Tod nicht selbst vorgesorgt haben und deren Angehörige nicht in der Lage sind, die Kosten zu tragen.

Einfache Bestattung kostet mindestens 1000 Euro

Die Beerdigungskosten sind nicht eben gering: Selbst eine einfache Bestattung ist nicht für unter 1000 Euro zu bekommen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. So führt die Richtlinie zur Übernahme von Bestattungskosten des Landkreises Rostock bei einer Feuerbestattung 360 Euro für den Sarg auf, 115 Euro für das Öffnen und Schließen der Gruft. Es soll würdevoll zugehen, deshalb sind auch 40 Euro für Blumenschmuck und 150 Euro für den Trauerredner vorgesehen. Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Kosten: von der Gebühr für die Leichenschau bis hin zu Bestattungswäsche, Urne und Sterbeurkunde. Für Steinmetzarbeiten können bis zu 350 Euro übernommen werden.

Weiterlesen: Bestattungskultur in MV: Ende des Friedhofszwangs?

Im Landkreis Vorpommern-Rügen haben in diesem Jahr Angehörige in bislang 76 Sterbefällen einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Dies ist ein Fall mehr als im gesamten Vorjahr. Künftig werde sich die Zahl der Sterbefälle, bei denen Bestattungskosten übernommen werden, voraussichtlich zwischen 80 und 100 bewegen, sagte Kreissprecher Achim Foitzheim. Die Kostenobergrenze beträgt in Vorpommern-Greifswald derzeit 1274 Euro für eine Feuer- oder Seebestattung und 1518 Euro für eine Erdbestattung.

Zahl der Sozialbestattungen werden steigen

Auch im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geht man schon wegen der demografischen Entwicklung nicht von einer Abnahme der Fälle aus, wie eine Sprecherin sagte. Im vergangenen Jahr übernahm der Kreis rund 107.500 Euro Bestattungskosten. Diese Summe ist dieses Jahr bereits jetzt erreicht.

Der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, sagte: „Aus meiner Sicht kann es zu einer Erhöhung der Fallzahlen und der Kosten kommen, da aus den Unterlagen der Antragsteller oder der Hilfeempfänger ersichtlich ist, dass kaum einer mit einer Sterbe- oder Lebensversicherung für den Tod vorsorgt.“ Künftig kämen auch die geburtenstarken Jahrgänge zum Tragen.

Mitunter kümmert sich auch einfach kein Angehöriger um die Bestattung eines Toten oder es gibt keinen Angehörigen. Dann kommt es zu einer ordnungsbehördlichen Bestattung, wie Rostocks Stadtsprecher Ulrich Kunze erklärte. Im vergangenen Jahr habe das Stadtamt der Hansestadt in 104 Sterbefällen selbst den Auftrag zur Bestattung an ein Unternehmen erteilt. Das war ein Höchststand innerhalb der letzten zehn Jahre. Im Jahr 2017 hatte es 99 Fälle gegeben.

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