Mecklenburg-Vorpommern : Teilhabepaket: Nur jeder Vierte nimmt Hilfe für Kinder und Jugendliche in Anspruch

23-89326682.JPG

Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben nur bedingt gefragt

von
08. Oktober 2019, 13:31 Uhr

Das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket kommt in Mecklenburg-Vorpommern bei Kindern und Jugendlichen in Hartz-IV-Haushalten besser an als in den meisten anderen Bundesländern. Dennoch bezog auch im Nordosten nur gut ein Viertel der Berechtigten die staatlichen Zusatzgelder. Nach Berechnungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes profitierten im Vorjahr in Mecklenburg-Vorpommern rund 28 Prozent der grundsätzlich Leistungsberechtigten von den Zuwendungen. Höher lag die Quote einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie zufolge nur noch in Schleswig-Holstein mit rund 46 Prozent.

Im Bundesdurchschnitt kamen die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets nur bei knapp 15 Prozent der Berechtigten an, das ist etwa jeder siebte 6- bis unter 15-Jährige. Die Zahlen hätten sich im Jahresvergleich nicht verändert und seien „vernichtend“, heißt es in dem Bericht.

Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben

Die Teilhabeleistungen waren vor acht Jahren eingeführt worden, um Kindern aus benachteiligten Familien einen besseren Zugang zum sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen. Dabei handelt es sich vorwiegend um Zuschüsse für Sportvereine, Musikschulen, Mittagessen, Schulmaterial oder Klassenfahrten und Ausflüge.

Bemängelt wurden in der Vergangenheit immer wieder komplizierte Antragsverfahren. Im August dieses Jahres sind zwar per Gesetz Vereinfachungen und Erhöhungen der Zuschüsse in Kraft getreten.

Pauschale Auszahlung statt Teilhabepaket gefordert

Dennoch fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband die Abschaffung des Bildungs- und Teilhabepakets und stattdessen eine pauschale Auszahlung von 15 Euro pro Monat und Kind.

„Das Bildungs- und Teilhabepaket ist und bleibt Murks und geht komplett an der Lebensrealität Heranwachsender und den Strukturen vor Ort vorbei“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, laut einer Mitteilung. Die bisherigen Teilhabeleistungen seien davon abhängig, dass es vor Ort überhaupt passende Angebote gebe. Langfristig spricht sich der Paritätische, wie auch andere Verbände, SPD, Grüne und Linke für eine Kindergrundsicherung aus, in der staatliche Leistungen für Kinder und Jugendliche zusammengeführt werden.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen