Streit um Bereicherung bei AWO : Gericht fällt Berufungsentscheidung

Peter Olijnyk, ehemaliger Geschäftsführer des Kreisverbandes Müritz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Saal des Oberlandesgerichts.

Peter Olijnyk, ehemaliger Geschäftsführer des Kreisverbandes Müritz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Saal des Oberlandesgerichts.

Darf ein AWO-Kreisgeschäftsführer 150 000 Euro Gehalt im Jahr und mehr bekommen? Im Nordosten führte dies zu viel Empörung. Nun steht eine Entscheidung im Berufungsprozess an.

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13. März 2019, 08:43 Uhr

Im Berufungsprozess um Bereicherung beim Müritz-Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) will das Oberlandesgericht (OLG) Rostock am Mittwoch (10.25 Uhr) seine Entscheidung fällen. Die Kammer hatte aber zuletzt offen gelassen, ob ein Urteil oder eine Entscheidung darüber fällt, wie der Prozess fortgesetzt wird. Ende Januar hatte das OLG erstmals Zeugen des geschäftsführenden Vorstands von 2016 gehört. In dem Verfahren geht es darum, ob die Kündigung des AWO-Kreisgeschäftsführers Peter Olijnyk in Waren an der Müritz Mitte 2016 rechtens war.

Weiterlesen: Streit um Bereicherung bei AWO: Urteil steht an

Unverhältnismäßig hohe Gehälter

Dieser soll sich laut AWO-Landesverband unverhältnismäßig hohe Gehälter über den Ex-Kreisvorsitzenden - damals auch AWO-Landesvize - zugeschanzt haben. Es ging um 150 000 Euro im Jahr, 35 000 Euro Tantiemen und eine lebenslange Betriebsrente von 2000 Euro. Die Änderungsverträge trugen nach Angaben des Gerichtes immer nur eine Unterschrift des damaligen Kreisvorsitzenden Götz-Peter Lohmann und nicht die eigentlich vereinbarten zwei unabhängigen Unterschriften.

Als das öffentlich bekannt wurde, wurde Olijnyk entlassen. Auch Lohmann soll seinerseits davon profitiert haben. Er schwieg vor Gericht.

Das Landgericht Neubrandenburg hatte die Klage Olijnyks gegen die Entlassung 2017 abgewiesen und ihn zur Rückzahlung von 390 000 Euro verurteilt. Der 70-Jährige legte Berufung ein und wird von Anwalt Peter-Michael Diestel vor Gericht vertreten. Der Fall gilt als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen bei der AWO und anderen Sozialverbänden, womit sich inzwischen ein Untersuchungsausschuss des Schweriner Landtags befasst.

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