Streik bei Amazon : Paketstau vorm Weihnachtsfest

 Am Standort Leipzig des US-Versandhändlers Amazon streiken Gewerkschaftsmitglieder. Seit Jahren ringt die Gewerkschaft um einen Tarifvertrag bei Amazon.
Am Standort Leipzig des US-Versandhändlers Amazon streiken Gewerkschaftsmitglieder. Seit Jahren ringt die Gewerkschaft um einen Tarifvertrag bei Amazon.

Streiks bei Versandhändler. Verdi sieht Lieferzeiten in Gefahr

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17. Dezember 2018, 20:00 Uhr

Wird es das eine oder andere traurige Gesicht unterm Tannenbaum geben, weil der Weihnachtsmann sich verspätet hat? Die Gefahr droht: Mitten im Weihnachtsgeschäft hat die Gewerkschaft Verdi erneut zu Streiks beim Versandhändler Amazon aufgerufen. An den Standorten Werne und Leipzig legten zusammen knapp 350 Beschäftigte gestern in der Frühschicht die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft kämpft seit 2013 erfolglos für einen Tarifvertrag für die rund 16 000 Beschäftigten des US-Händlers in Deutschland.

Laut Amazon ist die Zustellung der Pakete pünktlich zu Weihnachten aber nicht in Gefahr. Ein Verdi-Sprecher dagegen warnte: „Es besteht die Gefahr, dass Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig ankommen.“ Er kündigte an, dass der Ausstand bald auf mehr Standorte und längere Zeit ausgeweitet werden könnte.

Weiterlesen: Fristen und Kosten: So kommt das Paket rechtzeitig zu Weihnachten an

Amazon sei gut vorbereitet, Verdi hat Zweifel

Amazon erklärte, man sei gut vorbereitet. Der Streik habe keinen Einfluss auf die Einhaltung des Lieferversprechens. Amazon verweist darauf, dass die Bezahlung in den elf deutschen Versandzentren am oberen Ende dessen liege, was in der Logistikbranche üblich sei. Die Beschäftigten stiegen mit mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde ein und bekämen nach zwei Jahren im Schnitt knapp 2400 Euro im Monat inklusive Zusatzleistungen.

Wer auf Nummer sicher gehen wolle, könne im stationären Einzelhandel kaufen, reagierte gestern Kay-Uwe Teetz vom Handelsverband Nord in Rostock. Dort habe der Endspurt begonnen. In den Oberzentren seien viele Händler zufrieden. Ansonsten laufe das Weihnachtsgeschäft verhalten. Die Branche erwarte 2018 einen Zuwachs von einem Prozent.

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