Landkreis Ludwigslust-Parchim : Ganztägiger Warnstreik der VLP: Busse bleiben am Freitag im Depot

 
 

Am Freitag sind die Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Schüler und Pendler müssen sich auf drastische Einschränkungen gefasst machen.

von
30. Januar 2020, 17:43 Uhr

Ausstand im Busdepot: Schüler und Pendler im Landkreis Ludwigslust-Parchim müssen am Freitag mit drastischen Einschränkungen im Nahverkehr rechnen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Busfahrer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim für Freitag nach den bisher erfolglosen Tarifverhandlungen zu einem weiteren Warnstreik aufgerufen – der dritte Streik binnen weniger Wochen, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit.

Der Warnstreik begann am frühen Morgen und endet mit dem Ende des Betriebstages. Eltern müssten nach anderen Möglichkeiten suchen, die Kinder zur Schule zu bringen. Wer die Schule nicht rechtzeitig erreicht, braucht keine Strafe fürchten. Schüler, die auf Busse oder Bahnen angewiesen seien, sind dem Bildungsministerium zufolge entschuldigt, wenn der Nahverkehr nicht fährt.

Im Ausstand sind rund 250 Mitarbeiter, es fährt kein Bus an keinem Standort. Das Video zeigt die Streikenden am Standort Hagenow.

Keine Vereinbarung zu Streikbrechern

Verdi-Verhandlungsführer begründete den Streikaufruf erneut damit, dass die Arbeitgeber in der letzten Verhandlungsrunde nur ein leicht verbessertes Angebot vorgelegt hatten. Man wolle deutlich machen, dass die Mitglieder mehr erwarteten, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete: „Wir hätten die Warnstreiks gerne frühzeitiger angekündigt.“ Leider hätten es die Arbeitgeber abgelehnt, „eine Vereinbarung zu treffen, dass die Unternehmen die frühere Ankündigung nicht nutzen, um Streikbrecheraktivitäten zu planen, wie in der ersten Warnstreikrunde geschehen“, sagte Pliete weiter.  

Weitere Streiks in anderen Landesteilen

Der Tarifkonflikt weiter an Schärfe: Am Donnerstag waren die Busfahrer im Nordwestkreis in den Ausstand getreten. Die Verkehrsgesellschaft Nahbus ging am Donnerstag davon aus, dass am Freitag der Linien- und Schülerverkehr wieder planmäßig durchgeführt werde, teilte das Unternehmen mit. Nach zwei landesweiten Streiks fährt die Gewerkschaft jetzt offenbar eine regionale Streikstrategie. Es wird damit gerechnet, dass bis zur nächsten Verhandlungsrunde Mitte Februar in weiteren Landesteilen zu Arbeitsniederlegungen im Nahverkehr aufgerufen wird.

Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,06 Euro pro Stunde auf etwa 15,50 Euro für Berufseinsteiger ab dem 01.01.2020 und einen Angleichungsschritt an das Tarifniveau in Schleswig-Holstein von 100 Euro. Dort würden noch immer 250 Euro mehr bezahlt. Die Arbeitgeber hatten die Forderungen bisher stets zurückgewiesen und zuletzt monatlich zusätzlich 70 Euro in diesem und zusätzlich 40 Euro im kommenden Jahr angeboten. Das bedeute für die Mehrheit der Beschäftigten ein Plus von 4,4 Prozent und für die Unternehmen eine Mehrbelastung von jährlich mehr als 1000 Euro pro Mitarbeiter, hatte die Gabriele Axmann, Verhandlungschefin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) erklärt: Damit sei „die Grenze des finanziell Machbaren erreicht.“

Weiterlesen: Busfahrer in Nordwestmecklenburg mit erneutem Tarifstreik

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen