Landesregierung in MV : Inklusion an Schulen bleibt

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AfD fand am Mittwoch im Landtag in Schwerin keine Mehrheit für ihren Vorstoß. Landesregierung hält an bisherigem Kurs fest.

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10. Juni 2020, 14:48 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hält an seinem Kurs fest, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern zu fördern und damit die Inklusion voranzubringen. Die oppositionelle AfD fand am Mittwoch im Landtag in Schwerin keine Mehrheit für ihren Vorstoß, sämtliche Förderschulen im Land zu erhalten und bereits geplante Schließungen zu verhindern.

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) verwies darauf, dass Kinder mit erheblichen Defiziten beim Hören, Sehen oder mit geistigen Behinderungen je nach Bedarf weiter in Förderschulen betreut würden.

Ein Zurück zur Separation wird es nicht geben

Geschlossen würden Schulen für Kinder mit Lernschwierigkeiten. „Wir wollen, dass alle Kinder die für sie bestmöglichen Bedingungen erhalten“, betonte Martin. Eine „Rolle rückwärts zu einer Politik des Aussortierens“ werde es nicht geben. Die Inklusion werde mit Augenmaß umgesetzt. Basis sei das im November vom Landtag beschlossene Schulgesetz. Die Schulen hätten bis 2028 und damit deutlich länger Zeit als zuvor geplant, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen.

Förderangebote und die notwendige Ausstattung fehlen

Der AfD-Abgeordnete Jens-Holger Schneider zeigte sich überzeugt davon, dass bedürftigen Schülern am besten mit dem bisherigen Fördersystem geholfen werden könne. Deshalb müssten auch die Förderschulen für Kinder mit Lernschwächen erhalten bleiben. Diese Schulen verfügten über speziell ausgebildete Pädagogen und die notwendige Ausstattung. Zudem fehle es an Folgeangeboten. „Das Märchen von der Inklusion hört nach der Schule auf“, sagte Schneider.

Weiterlesen: AfD fordert Erhaltung von Förderschulen

Linksfraktionschefin Simone Oldenburg verwies darauf, dass die Inklusionsstrategie des Landes Eltern die Wahlmöglichkeit lasse, wo ihre Kinder zur Schule gehen. Es bestehe auch weiterhin ein breites Netz an Förderschulen. Doch dürften Kinder, die Probleme beim Lernen haben, nicht separiert werden.

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