Umfrage : Städte in MV nutzen Headhunter nur in seltenen Fällen

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Für Führungspositionen oder besondere Stellen nehmen Wirtschaftsunternehmen auch die Dienste von Personalvermittlern in Anspruch. Sind bei Kommunen spezielle Posten zu besetzen, kann es für sie ebenfalls schwierig werden. Ein Fall für Headhunter?

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09. November 2019, 10:09 Uhr

Bei der Suche nach Fachkräften greifen Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern nur selten auf die Hilfe von Headhuntern zurück. „Bisher haben wir nur in zwei Fällen ein Headhuntingunternehmen beauftragt - im vergangenem Jahr und aktuell“, berichtete etwa der Rostocker Sprecher Ulrich Kunze bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dabei sei es mit der Abteilungsleitung für Jugendangelegenheiten um eine „kommunale Schlüsselposition“ gegangen. Um diese Funktion qualifiziert besetzen zu können, habe zwei Mal bei der Suche nach Kandidaten ein spezialisiertes Unternehmen eingeschaltet werden müssen. Diese Aufträge hätten jeweils 20 000 bis 30 000 Euro gekostet.

Führungskräfte nicht zu bezahlen

Die Schweriner Stadtverwaltung arbeitete nach Angaben der Sprecherin Michaela Christen in der Vergangenheit nur einmal mit einem Headhunter zusammen, um eine Führungskraft für die Stadt zu gewinnen. „Diese Zusammenarbeit war nicht erfolgreich“, sagte die Sprecherin. „Unsere Erfahrung ist, dass diese Methode der Personalgewinnung teuer und für den öffentlichen Dienst eher ungeeignet ist.“ Der Grund: „Führungskräfte, die über Headhunter vermittelt werden, haben in der Regel Gehaltsvorstellungen, die mit der Bezahlung im öffentlichen Dienst nur schwer in Übereinstimmung zu bringen sind.“ Und die Möglichkeiten der Verwaltung für eine außertarifliche Bezahlung seien sehr begrenzt.

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Andere Städte wie Ludwigslust und Stralsund suchten nach Auskunft von deren Sprechern bislang noch keine Unterstützung durch professionelle Personalvermittler. Bei der Stadtverwaltung Wismar seien Headhunter ebenfalls noch nicht im Einsatz gewesen, sagte Sprecher Marco Trunk.

Gleiches gilt für Neubrandenburg. „Die Nachbesetzung vakanter Stellen ist bei besonderen Berufsgruppen - insbesondere Ärzte oder Ingenieure - schwierig“, erklärte Sprecherin Anett Seidel. „Dieses Problem ließe sich aber auch durch den Einsatz eines Headhunters nicht lösen. Bisher konnte die Stadt Neubrandenburg trotzdem ihre freien Stellen besetzen.“

Es gilt das Prinzip der Bestenauslese

Der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetags Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Wellmann, betonte: „Grundsätzlich gilt im öffentlichen Dienst das Prinzip der Bestenauslese.“ Daher sei für viele Positionen auch die Beteiligung der Personalräte vorgesehen, die die Ausschreibungsverfahren begleiteten. „Allerdings gilt dies nicht mehr für das Leitungspersonal.“ Bei Wahlbeamten gebe es gesonderte Vorschriften in der Kommunalverfassung zur Ausschreibung. Ihm sei bekannt, dass diese Verfahren für manche Positionen keine Ergebnisse brächten, also sich über reine Ausschreibungen keine geeigneten Personen finden ließen, sagte Wellmann. „In solchen Fällen nutzen einige Kommunen tatsächlich für Führungspositionen (vor allem bei kommunalen Eigengesellschaften) und auch Spezialisten (IT, Ärzte) die Hilfe von Beratungsfirmen, die auch als Headhunter bezeichnet werden.“ Vielfach werde aber auch die Hilfe spezialisierter Unternehmen in Anspruch genommen, die das Ausschreibungs- und Auswahlverfahren begleiteten oder sogar abwickelten.

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