Tieplitz/Demmin : Spargelwachstum stockt: Erntehelfer hacken Unkraut

Mit 133.000 Tonnen im Jahr ist Deutschland die Spargel-Nation Nummer Eins.

Mit 133.000 Tonnen im Jahr ist Deutschland die Spargel-Nation Nummer Eins.

Das kühle Wetter seit Anfang Mai hat die Spargelernte in Mecklenburg-Vorpommern stocken lassen.

svz.de von
17. Mai 2019, 07:18 Uhr

Viele Erntehelfer sind schon da und müssen nun in den Betrieben anderweitig beschäftigt werden. Wie Madeleine Buchholz vom Spargel- und Kartoffelhof Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) berichtet, musste an manchen Tagen auf das Stechen verzichtet werden, weil trotz der Folien auf den Dämmen nichts nachgewachsen war. Die Verkaufsstände blieben geschlossen, was für Ärger mit den Kunden sorgte.

Unternehmen froh über Helfer

Die zehn polnischen Erntehelfer würden Arbeiten im Hauptbetrieb, dem Wolkower Milchhof, erledigen, sagte die Marketingleiterin des Unternehmens. Sie helfen im Stall, sammeln Steine, mähen Gras. Das Unternehmen sei froh über die Helfer. Sie kämen in jedem Jahr aus einem Dorf in Polen, aus dem ein fest angestellter Vorarbeiter in Demmin stamme. Die Saisonarbeiter erhalten den Mindestlohn sowie eine leistungsabhängige Zulage, Unterkunft und Mittagessen. 

Erdbeeren pflegen statt Spargel stechen

Wesentlich mehr Erntehelfer beschäftigt Yvonne von Laer vom Hof "Mecklenburger Frische" in Tieplitz bei Güstrow. "In diesem Jahr sind wir sechssprachig", sagte sie. 170 bis 180 Leute kämen, die meisten aus Rumänien. "Früher hatten wir ausschließlich Polen." Aber jetzt laufe die Wirtschaft dort gut. Außerdem schloss sie Verträge mit Ukrainern, Usbeken und Mongolen. Aus der Ukraine kommen vor allem Studenten als Erntehelfer. Von Laer findet das nicht verwunderlich: Farmen in Neuseeland würden auch fest mit Backpackern aus Europa rechnen.

Die Saisonkräfte, die derzeit keinen Spargel zu stechen haben, hacken Unkraut in den Erdbeerfeldern oder räumen auf.

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