Auszeichnung : „Soko Wismar“ mit Tourismuspreis geehrt

Die Serie „Soko Wismar“ macht die Hansestadt über die Landesgrenzen bekannt.

Die Serie „Soko Wismar“ macht die Hansestadt über die Landesgrenzen bekannt.

Erfolg der Krimiserie ist beste Werbung für MV

svz.de von
29. November 2018, 19:30 Uhr

Die ZDF-Krimiserie „Soko Wismar“ ist mit dem Tourismuspreis des Landes geehrt worden. Die jeweils am Mittwoch im Vorabendprogramm ausgestrahlte Erfolgsserie trage seit eineinhalb Jahrzehnten dazu bei, dass Mecklenburg-Vorpommerns Bekanntheitsgrad stetig wachse, sagte Tourismusverbands-Präsident Wolfgang Waldmüller zur Begründung. Jede Folge erreiche etwa vier Millionen Zuschauer, denen neben spannender Unterhaltung auch viel Wissenswertes über Land und Leute im Nordosten geboten werde.

Seit 2003 werde für die „Soko Wismar“ in der Hansestadt selbst und in der Region ringsum gedreht. Schauplätze seien dabei nicht nur der Hafen, die Straßen der Altstadt und die Strände Poels, sondern auch die unterirdischen Gänge aus der Schwedenzeit. Laut Waldmüller beginnen im Dezember die Arbeiten zur nun schon 16. Staffel mit diesmal 30 Folgen. Mehr als 300 Folgen seien bereits ausgestrahlt worden, vereinzelt auch in Spielfilmlänge im Abendprogramm. Der Tourismuspreis sei Dank für die Treue des gesamten Produktionsteams zum Drehort Wismar, sagte Waldmüller.

Der von der Deutschen Kreditbank gestiftete Preis wird seit 2010 vergeben. Preisträger waren bislang unter anderem der inzwischen verstorbene Denkmalschützer Gottfried Kiesow, der Greifswalder Ökologe Michael Succow und die Veranstalter der viel besuchten Störtebeker-Festspiele auf Rügen.

Am Mittag war bereits an die Pension „Westphal's“ in Wismar der „Qualitätsaward“ des Tourismusverbandes vergeben worden. Damit werden Anbieter geehrt, die in besonderer Weise für Kundenzufriedenheit sorgen. „Die Pension “Westphal's„ als kleiner Betrieb mit nur acht Gästebetten zeigt in eindrucksvoller Weise, dass eine serviceorientierte und freundliche Atmosphäre von Besuchern überaus geschätzt wird“, erklärte Waldmüller. Die Gästemeinungen seien einhellig positiv gewesen.

Tourismus als Wirtschaftsfaktor - Branchentag diskutiert neue Wege

Die Ziele sind klar definiert: Bessere Angebote, freundlicher Service und mehr Internationalität. Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Herausforderung wachsender Konkurrenz im In- und Ausland an. „Die harte Arbeit der zurückliegenden 28 Jahre hat dazu geführt, dass Mecklenburg-Vorpommern zum beliebtesten Reiseziel in Deutschland wurde. Diese Position wollen wir behaupten“, betonte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag auf dem 28.

Landes-Tourismustag in Wismar. Im Vorjahr hatte der Nordosten erstmals seit langem wieder rückläufige Gästezahlen hinnehmen müssen und der Zuwachs in diesem Jahr bleibt aller Voraussicht nach mit etwa vier Prozent hinter dem Plus im Nachbarland Schleswig-Holstein zurück.

Glawe rief Tourismusunternehmen, Kreise und Kommunen auf, an der Umsetzung der nun vorliegenden Tourismuskonzeption mitzuarbeiten. Das Konzept setze den Rahmen, in den Regionen müsse es mit Leben gefüllt werden. „Wir wollen nicht von oben vorschreiben, was zu tun ist, sondern in Modellregionen neue Einnahme- und Finanzierungsmöglichkeiten im Tourismus testen“, kündigte der Minister an. Am Ende des Prozesses könne ein Tourismusgesetz stehen, das Finanzströme und Aufgaben im Fremdenverkehr neu regele und mit dem Mecklenburg-Vorpommern dann bundesweit Neuland beschreite.

Starkes Marketing für alle Regionen in MV

Regionale Tourismusverbände hatten zuvor mehr Gewicht bei den Entscheidungen und zusätzliche Landesmittel gefordert. „Wir brauchen sicherlich ein starkes Landesmarketing. Darunter müssen aber die Regionen erkennbar bleiben“, sagte Wolf-Dieter Ringguth vom Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte. Anders als etwa die Kurorte an der Ostsee-Küste könnten Gemeinden im Hinterland meist keine Kurtaxe erheben. So fehle vielfach das Geld. „Eine Tourismusförderung des Landes dort ist die beste Wirtschaftsförderung für den ländlichen Raum“, betonte Ringguth.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sicherte der Tourismusbranche weiterhin breite Unterstützung des Landes zu. Mit ihrer Bemerkung „der Strandkorb allein reicht nicht“, habe sie zu Beginn ihrer Amtszeit lediglich darauf hinweisen wollen, dass Mecklenburg-Vorpommern auch eine starke Industrie brauche. Der Tourismus, der 130 000 Menschen im Land Arbeit gebe und 12 Prozent zur Bruttowertschöpfung beitrage, bleibe aber eine tragende wirtschaftliche Säule. „Wir sind Tourismusland Nummer eins und wir wollen es bleiben“, betonte Schwesig vor den rund 250 Teilnehmern des Verbandstages.

Personal besser bezahlen

Doch habe die Konkurrenz in Deutschland selbst, aber auch in Polen und Skandinavien deutlich aufgeholt. Deshalb müsse sich die Branche gemeinsam mit Land und Kommunen den neuen Herausforderungen stellen.

Das Tourismuskonzept gebe wichtige Impulse, wie erfolgreiche Wege weiter beschritten und notwendiger Wandel eingeleitet werden könnten, sagte die Regierungschefin. Ziel müsse es daher sein, mit lukrativen Angeboten und gutem Service Gäste zu gewinnen und zu halten. Eine Grundbedingung dafür sei engagiertes, gut bezahltes Personal.

Das hob auch der Chef der Staatskanzlei und Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Reinhard Meyer, hervor. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt insgesamt habe ein „brutaler Wettbewerb“ um Fachkräfte eingesetzt. „Wer da nur Mindestlohn zahlt, der hat schlechte Karten“, sagte Meyer. Auch er warb um breite Mitwirkung der Regionen bei der Umsetzung des Tourismuskonzepts. Beispielgebend seien dabei auch Initiativen wie auf Usedom, wo Urlauber für die Kurtaxe eine Gästekarte erhielten, die auch die Nutzung der Bäderbahn erlaube. „Es ist wichtig, dass die Urlauber auch spüren, was sie von der Kurabgabe haben“, betonte Meyer.

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