Mecklenburg-Vorpommern : Schwesig will Politikern mehr Wertschätzung entgegenbringen

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, bei einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, bei einer Pressekonferenz. (Archivbild)

MVs Ministerpräsidentin will nach ihrer überstandenen Brustkrebserkrankung Kolleginnen und Kollegen im politischen Betrieb mehr Wertschätzung entgegenbringen.

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27. Mai 2020, 13:43 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will nach ihrer überstandenen Brustkrebserkrankung Politikern mehr Wertschätzung entgegenbringen. „Ich nehme es mir für mich zumindest vor", sagte Schwesig der „Zeit" (Donnerstag). „Wenn man sich begegnet im politischen Betrieb, dann geht es oft um Probleme, dann ist wenig Zeit, einander zu fragen: Wie geht es dir?"

Der öffentliche Zuspruch habe sie in den vergangenen Monaten sehr berührt. Sonst hätten Politiker häufig mit Wut und Anfeindungen zu tun. „Ich habe gelernt, dass die Gesellschaft oft viel menschlicher ist, als wir meinen", betonte Schwesig. Die vergangenen Monate mit der Krebserkrankung und der Corona-Krise hätten „ihre ganze Kraft gefordert."

Als die Pandemie begann, habe gerade das letzte Drittel ihrer Krebstherapie angefangen. „Die schlimmste Zeit lag zum Glück hinter mir." Deshalb habe sie beschlossen, als Ministerpräsidentin weiterzumachen: „Wenn wir jetzt von Ärzten, Schwestern und Verkäufern erwarten, dass sie an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen oder dass sie den Laden am Laufen halten – dann gilt das erst recht für mich als Ministerpräsidentin."

Ihr sei dabei klar gewesen, dass sie gesundheitlich ein besonderes Risiko eingehe. Sie habe aber entschieden: „Die Kapitänin geht als Letzte von Bord. Irgendwie habe ich gedacht, das schaffst du jetzt auch noch." Die Zeit der Therapie habe sich wie ein Marathon angefühlt. „Man wird demütig vor dem Leben", sagte Schwesig.

Schwesig hatte ihre Brustkrebserkrankung im September 2019 öffentlich gemacht. Vor wenigen Wochen sagte die 46-Jährige, sie sei wieder gesund. Ihr Amt führte sie trotz der Therapie fast ohne Einschränkungen weiter.

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