Schwerin : Wasserwacht: Drohnen haben sich bewährt

Wasserwacht Schwerin im Einsatz: Rettungsschwimmer Sven Kingerske und Stefan Mayer (v.l.) auf dem Schweriner Innensee
Wasserwacht Schwerin im Einsatz: Rettungsschwimmer Sven Kingerske und Stefan Mayer (v.l.) auf dem Schweriner Innensee

25 Menschen starben im vorigen Jahr beim Baden. Von Mittwoch an sind die Türme der Rettungsschwimmer wieder besetzt.

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14. Mai 2019, 15:48 Uhr

Zum Beginn der Wasserwachtsaison haben Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes das vergangene Jahr Revue passieren lassen und die Bedeutung öffentlicher Schwimmbäder zum Schwimmenlernen betont. 117 Schwimmer waren im Vorjahr von den rund 1400 Rettungsschwimmern vor dem Ertrinken bewahrt worden, erklärten DRK-Landespräsident Werner Kuhn und Bereichsleiter Thomas Powasserat am Dienstag in Schwerin. Für 25 Menschen kam jede Hilfe zu spät.

Besonders gefährdet seien ältere Schwimmer ab 65 Jahren, vor allem wenn sie an Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen litten.

18 Drohnen erleichtern Vermisstensuche

Gute Dienste hätten die landesweit 18 Drohnen geleistet, die 2018 erstmals regulär eingesetzt wurden. Sie halfen demnach vor allem bei der Suche nach Vermissten und wurden auch von Polizei und Feuerwehr zur Unterstützung angefragt, etwa bei Waldbränden. Die etwa 50 mal 50 Zentimeter großen Fluggeräte mit vier Rotoren könnten tiefer fliegen als Hubschrauber und daher mit ihren Kameras häufig besser nach Vermissten oder Glutnestern suchen, hieß es. Sie könnten auch gezielt unter Seebrücken oder an Buhnenanlagen suchen.

Als Hauptursachen für Badeunfälle gelten weiterhin Leichtsinn, Selbstüberschätzung und das Missachten der Baderegeln. Rote Flaggen bei Sturm oder hohem Wellengang sind nur eine Empfehlung und nicht rechtlich bindend, wie Powasserat erklärte. „Manche sagen, früher gab es den Sturmball, da war alles besser. Aber das ist Käse.“ Die Leute seien auch früher entgegen aller Empfehlungen ins Wasser gegangen.

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Die DRK-Vertreter betonten die Bedeutung, die öffentliche Schwimmhallen für das Schwimmenlernen hätten. Sie seien für die Schwimmausbildung der Bevölkerung ebenso wichtig wie für die Ausbildung der Rettungsschwimmer. Kommunen und DRK seien gemeinsam in der Pflicht, wobei die Kommunen dafür sorgen müssten, dass Schimmbäder vorhanden und bezahlbar seien. Neben Hallen fehle es auch an Fachlehrern, die den Kindern Schwimmen beibringen könnten. Es gebe Orte, in denen das DRK den Schul-Schwimmunterricht übernehme.

Anderslautende Zahlen zu den Badetoten erklärte Powasserat mit unterschiedlichen Erfassungsmethoden. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die im vergangenen Jahr 31 Tote zählte, erfasse in ihrer Statistik etwa auch Ertrunkene, die nicht zu den klassischen Badetoten gehörten. Die nach DRK-Zählung 25 Toten entstammten der offiziellen Statistik der Wasserschutzpolizei.

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