Franziska Troegner in Schwerin : Ausflug ins Schokoladenland

Schauspielerin und Sängerin: Franziska Troegner
Schauspielerin und Sängerin: Franziska Troegner

Franziska Troegner hat in vielen Theater- und Fernsehproduktionen mitgespielt. Heute wird die Schauspielerin 65. Lesung in Schwerin

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18. Juli 2019, 12:00 Uhr

Eine Frage, die viele stellen, wenn sie Schauspielerin Franziska Troegner treffen: Wie war es, mit US-Star Johnny Depp zu drehen? Im Filmmärchen „Charlie und die Schokoladenfabrik“ spielte Troegner an seiner Seite. Als Mrs. Glupsch versuchte sie, ihren Sohn aus Willy Wonkas Schokoladenfluss zu retten. „Depp ist ein unglaublich bescheidener, ganz freundlicher Schauspieler“, sagt Troegner. „Nicht spleenig, nicht größenwahnsinnig.“ Die Beschreibung passt vielleicht auch zu Troegner selbst. Heute wird sie 65 Jahre alt.

Franziska Troegner trägt die Liebe zur Kunst im Blut

Fast zwei Jahrzehnte spielte sie am Berliner Ensemble. In der Fernsehserie „Der Landarzt“ assistierte sie Wayne Carpendale und in „Mama ist unmöglich“ spielte sie eine krimischreibende Mutti. Auch am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin war sie im Jahr 2000 in dem Stück „Non(n)sense“ zu erleben.

Troegner – Spross einer Künstlerfamilie – wusste früh, dass sie auf die Bühne will. „Meine Eltern wollten das unbedingt vermeiden, weil ich nie den modischen Schlankheitsrichtlinien entsprach“, sagte Troegner der Deutschen Presse-Agentur. Ihr Vater war Kabarettist bei der „Distel“, ihre Mutter Sängerin. „Ich war immer ein bisschen pummelig und meine Eltern haben gesagt: ,Du wirst todunglücklich in dem Beruf. Du kriegst die ganzen Mädchenrollen nicht. Die werden als Gretchen immer eine ätherisch Schöne nehmen.‘“

Vom Theater zum Film

Während eines Praktikums am Berliner Ensemble aber fiel jemand aus – und Troegner sprang in der Probe ein. „Ich habe dann heimlich, ohne dass mein Vater das wusste, am Haus mit einer Ausbildung angefangen“, sagte Troegner. Das Theater in Ost-Berlin engagierte sie. Troegner kam mit dem Ensemble zu DDR-Zeiten bis nach Athen und Toronto. Sie spielte in DEFA-Filmen wie „Moritz in der Litfaßsäule“ und „Mensch, mein Papa...!“. Nach der Wende machte sie Sketche mit Dieter Hallervorden. Demnächst dreht sie eine Folge der ARD-Reihe „Praxis mit Meerblick“.

Nach Meinung von Troegner, die einen Lehrauftrag im Fach Chanson an der Hochschule für Musik und Theater Rostock hat, gibt es nach wie vor zu wenige Frauenrollen. Dass es vor allem für ältere Frauen schwierig wird, im Fernsehen vorzukommen, hat in der Vergangenheit auch eine Studie der Universität Rostock gezeigt. „Ich bekomme oft ähnliche Rollen angeboten, auch weil ich nicht den Schlankheitsrichtlinien entspreche“, sagte Troegner. „Es ist oft die Köchin. Oder die Freundin der Hauptrolle. Nie eine Ärztin oder eine Rechtsanwältin, sondern eben deren Gehilfin. Also zu DDR-Zeiten hätte man gesagt: Ich verkörpere mehr die Arbeiterklasse.“

„Permanent trendresistent“: Buchvorstellung am 7. September in Schwerin

Die Berlinerin sitzt in einem Hotelcafé im Stadtteil Grünau. Sie hat eine sonore Stimme, lacht viel. Sie findet, dass das Feuilleton in Deutschland Komödien oft nicht für voll nimmt. Darüber schreibt sie auch in ihrem Buch „Permanent trendresistent“, mit dem sie derzeit auf Lesereise ist, am 7. September auch in der Schweriner Thalia Buchhandlung. In dem Buch erzählt sie zum Beispiel, wie sie für „Charlie und die Schokoladenfabrik“ schnell noch stricken lernen sollte. Regisseur Tim Burton habe gewollt, dass es so aussähe, als habe sie den Pullover ihres Filmsohns gestrickt.„Ich kann nicht stricken“, habe sie der Regieassistentin damals gesagt. Die habe entgegnet, dass sie doch über das Wochenende nach Deutschland fliege – „und in Deutschland könnten doch alle stricken“.

Nach verzweifelten Telefonaten in Berlin habe sie eine Bekannte gefunden, die ihr schnell „ein bisschen was“ gestrickt habe. „Ein paar Maschen würde ich schon selbst hinkriegen“, schreibt Troegner im Buch. Aber so schnell wie Regisseur Ideen hätten, würden sie auch wieder vergehen. „Das Gestrickte wartete in meiner Garderobe vergeblich auf seinen Einsatz im US-amerikanischen Film.“

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