Rügen : Verletzte Kegelrobbe eingeschläfert - Autopsie im Meeresmuseum

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Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Eine drei Monate alte verletzte Kegelrobbe ist in Sassnitz auf Rügen an den Strand geschwommen. Sie musste eingeschläfert werden. Woher sie kam, ist noch ein Rätsel.

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03. Januar 2020, 15:06 Uhr

Wegen einer verletzten Kegelrobbe, die auf Rügen an den Strand geschwommen ist, hat es in Sassnitz einen Menschenauflauf und einen mehrstündigen Feuerwehreinsatz gegeben. Das streng geschützte Tier wurde am Donnerstag am Strand von Tierärzten untersucht und wegen seiner Verletzungen eingeschläfert.

Ihm sei nicht mehr zu helfen gewesen, sagte der Abteilungsleiter für Wissenschaft und Forschung am Meeresmuseum Stralsund, Timo Moritz, am Freitag nach der Autopsie. Die Ostsee-Kegelrobbe galt in den 1980-er Jahren als nahezu ausgerottet.

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Das Ungewöhnliche an dem Fall: Die 22,5 Kilogramm schwere Kegelrobbe ist drei Monate alt gewesen. Wurfzeit für Ostseerobben ist im Januar und Februar - in der Nordsee allerdings früher, wie Moritz sagte. Er glaube aber nicht, dass das Jungtier den Weg allein zurückgelegt habe, möglicherweise seien die Elterntiere eingewandert.

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Bei der jungen Robbe habe es sich um ein 118 Zentimeter langes Männchen gehandelt. Es sei nur mäßig gut ernährt und voller Parasiten gewesen. Das Tier habe eine Gelenkentzündung in einer Vorderflosse gehabt und viele weitere Verletzungen, die von Bissen anderer Robben herrühren könnten. Am Meeresmuseum wurden verschiedene Proben genommen. Der Schädel komme in die Sammlung, sagte Moritz.

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An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns haben Totfunde von Meeressäugern wie Schweinswalen, Kegelrobben und Seehunden in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Pro Jahr werden Moritz zufolge etwa 100 tote Tiere entdeckt, jedes werde untersucht. Lebende hilflose Robben würden selten gefunden.

Mehr Robben in der Ostsee

Die steigende Zahl der Totfunde sei ein Indiz dafür, dass die Zahl der Kegelrobben in der Ostsee zugenommen habe, sagte der Dezernent des Nationalparks Jasmund, Ingolf Stodian. In der südlichen Ostsee leben nach jüngsten Angaben des Meeresmuseums rund 3500 Kegelrobben, kaum zehn Prozent des Gesamtbestandes.

Über den Sassnitzer Robbenfund hatten zuvor Medien berichtet. Demnach hat ein Spaziergänger das Tier entdeckt und den Fund gemeldet. Die Freiwillige Feuerwehr sperrte den Fundort ab, unter anderem wegen der Möglichkeit der Übertragung von Krankheiten.

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