Michael-Jackson-Tributeshow : Interview: „Wir feiern seine Musik“

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Initiator der Michael-Jackson-Tributeshow „Thriller – Live“, Adrian Grant, im Interview. Die Show kommt auch nach Rostock.

svz.de von
05. Februar 2019, 12:00 Uhr

Adrian Grant war nicht nur glühender Fan von Michael Jackson, er war mit dem „King of Pop“ sogar befreundet. Der Künstlermanager, Autor, Verleger und Regisseur aus London war dabei, als der Sänger den Popklassiker „Dangerous“ in L.A. aufnahm. 2006 initiierte Grant die Tributeshow „Thriller – Live“. Die Hommage an Michael Jackson geht 2019 wieder auf Tournee in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Olaf Neumann sprach mit Adrian Grant über die Show.

Wie erklären Sie sich den Erfolg Ihrer Show, die weltweit fast 5000 Mal aufgeführt wurde?

Das liegt an Michael Jacksons Musik, die einfach großartig ist. Sein erster Nummer-1-Hit gelang ihm 1969 mit „I Want You Back„ als Teil der Jackson Five. Damit beginnt auch unsere Show. Wir nehmen das Publikum mit auf eine Reise über vier Jahrzehnte. Von den Jacksons sind Titel wie „Shake Your Body Down“ dabei.

Und dann geht es weiter mit Michaels Solo-Superstaralben „Off the wall“, „Thriller“, „Bad“ und „Dangerous“. Für jede Generation ist etwas dabei. Deswegen ist die Show auch immer noch so populär. Und wir spielen seine ikonischen Videos auf der Bühne nach. Jeder kennt doch den „Moonwalk“.

Show in Rostock: 16. Februar, 20 Uhr, Stadthalle, Südring 90

Hat Michael Jackson Sie bei der Konzeption der Show beraten?
Ich erzählte ihm 2006 von meiner Idee und dass ich es toll fände, wenn er sich irgendwie an der Show beteiligen würde. Zu dem Zeitpunkt wollte er das jedoch nicht, aber er wünschte mir Glück. Er hat sicher nicht damit gerechnet, dass „Thriller – Live“ sich zu einem Dauerbrenner entwickeln würde. Wir haben bislang in 33 Ländern vor insgesamt viereinhalb Millionen Menschen gespielt.

Auch Michaels Erben stehen hinter der Show. Für mich ist es übrigens keine Tributeshow, sondern eine Feier seiner Musik. Seitdem haben viele andere versucht, uns zu kopieren.

Konnte Michael Jackson die Show noch sehen?
Er wollte sie sich eigentlich im Juli 2009 ansehen, als er in London an seiner Comebackshow „This is it“ arbeitete. Leider schaffte er es nicht mehr, aber sein Regisseur Kenny Ortega und all seine Brüder waren da.

Wie akribisch haben Sie den Künstler Michael Jackson studiert?
Ich sah ihn 1987 live auf der „Bad“-Tour. Aber ich kann selber weder tanzen noch singen, weshalb ich immer nach herausragenden Talenten Ausschau halte. Ein guter Sänger zu sein bedeutet nicht notwendigerweise, seine Songs singen zu können. Es ist sehr schwer, geeignete Leute zu finden.

Wo waren Sie, als Michael Jackson starb?
Am 25. Juni 2009 war ich zuhause und lag im Bett. Ich wurde vom Telefon geweckt; auf dem Anrufbeantworter waren bereits etliche Nachrichten. Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte und schaltete den Fernseher ein. Es hieß, Michael Jackson sei zusammengebrochen und es gehe ihm nicht gut. Und dann wurde mir bestätigt, dass er gestorben war. Ich habe sofort seiner Familie kondoliert. Ich stand unter Schock und wollte die Thriller-Show aus Respekt vor Michael absagen. Aber dann musste ich feststellen, dass unheimlich viele Menschen sie sehen wollten. Unser Theater im West End wurde zu einem Michael-Jackson-Schrein.

Nach seinem Tod wurde „Thriller – Live“ sogar noch erfolgreicher, weil diese Show den Leuten offensichtlich etwas bedeutet.

Michael Jackson wurde „King Of Pop“ genannt. Ist dieser Titel gerechtfertigt?
Absolut! Elvis war der „King of Rock'n'Roll“, Bruce Springsteen ist der „Boss“ und Michael Jackson eben der „King of Pop“. Nur wenigen Künstlern ist es vergönnt, mit ihrer Musik die ganz breite Masse zu erreichen.

Jeder Mensch auf der Welt weiß, wer Michael Jackson ist. Er hat mit seinen Videos eine neue Kunstform kreiert und heute sind Superstars wie Lady Gaga und Justin Timberlake von ihm beeinflusst.

Was an ihm hat Sie am meisten überrascht?
Seine Bodenständigkeit. Michael war ein großzügiger Mensch. Er arbeitete hart und konnte sämtliche Instrumente spielen, aber ich werde auch sein breites Lächeln nie vergessen. 1996 spielte er bei der Verleihung der Brit Awards den „Earth Song“ – umgeben von Kindern und Erwachsenen. Plötzlich lief Jarvis Cocker zu ihm auf die Bühne, um direkt in der Mitte gegen ihn zu protestieren. Manche unterstellten Michael, er würde sich wie Jesus Christus verhalten. Leider wurde er oft missverstanden. Michael wusste nicht, warum Cocker dies tat, vielleicht war er ja eifersüchtig auf seinen Erfolg.

Ich hatte das Glück, dabei sein zu dürfen, als Michael Jackson 1994 ein Krankenhaus in Budapest besuchte und dort Geschenke an kranke Kinder verteilte. Der bewegendste Moment war, wie ein Mädchen die Hand nach ihm ausstreckte und mit einem Lächeln auf den Lippen starb. Michael hat viel Gutes getan, aber die Presse tat das oft als PR-Gags ab.

War Michael Jackson glücklich?

Der Michael Jackson, den ich kannte, lachte oft. Er machte ständig Witze.

Gab es keinen Schmerz in seinem Leben?
Natürlich gab es den auch. Er wurde der schlimmsten Verbrechen beschuldigt. Fälschlicherweise. Er war ja unschuldig.

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