Rechtsextremismus im Nordosten : Linke fordert Verbot von Neonazigruppe Combat 18

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Die Gruppe gilt als bewaffneter Arm des internationalen und in Deutschland bereits verbotenen Neonazinetzwerks „Blood & Honour“.

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04. April 2019, 12:32 Uhr

Die Linke im Nordosten hat ein Verbot der militanten Neonazigruppe Combat 18 (englisch für „Kampfgruppe Adolf Hitler“) gefordert. Die Gruppe gilt als bewaffneter Arm des internationalen und in Deutschland bereits verbotenen Neonazinetzwerks „Blood & Honour“, wie der innenpolitische Sprecher der Linken, Peter Ritter, sagte. Deshalb solle das seit 2000 geltende Verbot auch auf Combat 18 ausgeweitet werden. Das Innenministerium nahm am Donnerstag zunächst keine Stellung und verwies auf eine frühere Mitteilung, laut der C18 vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

Combat 18 ist nach offiziellen Angaben auch in Deutschland aktiv, etwa in NRW. Linke Aktivisten hatten im letzten Jahr Informationen veröffentlicht, denen zufolge auch zwei Männer aus MV Combat 18 zuzurechnen seien. Das Innenministerium hatte auch damals keine Fragen dazu beantwortet.

Durchsuchungen bei C18-Angehörigen

Von C18 propagierte Taktiken, wie die des „führerlosen Widerstands“, bei dem autonome Zellen Anschläge auf Ausländer, politische Gegner und staatliche Repräsentanten verüben sollen, gelten als Blaupause für das Vorgehen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU). Die Neonazis des NSU ermordeten zehn Menschen, darunter auch Mehmet Turgut in Rostock.

2017 durchsuchten Spezialkräfte der GSG 9 Autos von C18-Angehörigen. Sie waren den Ermittlungen zufolge vom Schießtraining aus Tschechien zurückgekehrt. Im Januar teilte die Bundesregierung mit, ihr seien zwölf Fälle von Schießtraining im Ausland seit Ende 2015 bekannt. Fünf weitere Trainings habe es seit Herbst 2017 in Deutschland gegeben.

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