Landgericht Neubrandenburg : Prozess um Messerattacke: Angeklagter könnte in Notwehr gehandelt haben

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Eine Gruppe Männer feiert gemeinsam, es fließt Alkohol, am Ende geht ein Mann mit einem lebensgefährlichen Schnitt am Hals zu Boden.

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06. Dezember 2019, 14:06 Uhr

Im Prozess um eine lebensgefährliche Messerattacke am Landgericht Neubrandenburg hat ein Zeuge am Freitag zu Gunsten des Angeklagten ausgesagt. Der Angeklagte habe offenbar aus Notwehr gehandelt, sagte der Zeuge beim Prozessauftakt.

Die Anklage gegen den 24-jährigen Beschuldigten lautet versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Der Mann soll am 21. Juni im Streit einen 33-Jährigen an einem Einkaufscenter am Datzeberg in Neubrandenburg mit einem Messer lebensbedrohlich verletzt haben.

Nach Angaben des Zeugen war der Angeklagte von dem späteren Opfer nach einem Streit mit einem Messer angegriffen worden. „Er kam mit dem großen Messer und rief, den mach ich jetzt komplett alle“, berichtete der Zeuge im Gerichtssaal.

Vorfall nach Trinkgelage

Die Attacke selbst habe er nicht mit eigenen Augen gesehen, weil die beiden um eine Ecke gegangen seien, sagte der Zeuge. Er habe lediglich einen dumpfen Aufprall gehört, dann habe er den Schwerverletzten auf dem Boden liegen gesehen und Hilfe geholt.

Der Vorfall hatte sich nach einem Trinkgelage ereignet. Mehrere Zeugen berichteten, dass das Opfer eine größere Menge „Bier und Ouzo“ getrunken habe und noch Schmerzmittel gegen Zahnschmerzen genommen habe.

Der Geschädigte konnte sich am Freitag wegen seines damaligen Alkoholkonsums nicht an die Auseinandersetzungen erinnern, wie er sagte. Er hatte damals eine stark blutende Wunde am Hals erlitten, konnte aber durch eine Notoperation gerettet werden.

Der Angeklagte war kurz geflüchtet, wurde aber bei einer Bekannten in der Nähe gefasst. Auch diese berichtete von einem vorherigen Angriff des Geschädigten. Verteidiger Henning Köhler kündigte an, dass es später eine Aussage seines Mandanten geben solle. Für den Prozess hat das Gericht strenge Sicherheitsauflagen festgelegt, da der Geschädigte über soziale Medien bedroht worden war.

Der Prozess wird am 23. Dezember fortgesetzt, ein Urteil soll frühestens im Januar 2020 fallen.

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