Prozess in Stralsund : Plädoyers im Mordfall Maria erwartet

 Der 19-jährige Angeklagte (l) und der 21-jährige Angeklagte (3.v.l.) sitzten im Gerichtssaal im Landgericht neben ihren Anwälten.

 Der 19-jährige Angeklagte (l) und der 21-jährige Angeklagte (3.v.l.) sitzten im Gerichtssaal im Landgericht neben ihren Anwälten.

Nach der Anhörung von rund 20 Zeugen und mehreren Gutachtern haben nun die Anklagevertretung und Anwälte das Wort.

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02. September 2019, 08:03 Uhr

Im Prozess um den Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz gegen zwei 19- und 21-jährige Männer werden am Montag, 9 Uhr, die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwartet. Den Angeklagten wird vorgeworfen, die schwangere junge Frau heimtückisch und aus Mordlust heraus erstochen zu haben. Am ersten Prozesstag hatte der 19-Jährige zunächst einen Großteil der Schuld auf sich genommen und gesagt, dass der Mitangeklagte während der Tat nur die Beine Marias festgehalten habe. Diese Aussage zog er im Verlauf des Prozesses zurück und belastete den 21-Jährigen.

„Er hätte anders handeln können“

Dieser hatte in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung betont, er habe nur zugesehen und es nicht fassen können, dass die in verschiedenen Gesprächen thematisierte Tat nun tatsächlich geschehe. Allerdings hatten Rechtsmediziner DNA-Spuren von ihm an Marias Hose gefunden. Der Staatsanwalt wertete dies als „schweres Indiz“ dafür, dass der ältere Angeklagte Maria während der Tat doch an den Beinen festgehalten haben könnte.

Eine psychiatrische Gutachterin hatte bei dem älteren Angeklagten keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder eingeschränkte Steuerungsfähigkeit feststellen können. „Er hätte anders handeln können.“ Der Mann sitzt seit seiner Verhaftung vier Wochen nach der Tat in Untersuchungshaft.

Psychiater: Völliger Mangel an Empathie

Anders bei dem 19-Jährigen, der sich durch eine extrem hohe Gefährlichkeit auszeichnet, wie ein Psychiater in seinem Gutachten schilderte. Bei ihm sei ein völliger Mangel an Empathie festzustellen. Er sei extrem aggressiv und impulsiv. „Das sind Leute, um die man sich Sorgen machen muss“, sagte der Psychiater. Er empfahl die Unterbringung im sogenannten Maßregelvollzug.

Dieser Vollzug in einer psychiatrischen Klinik ist laut Gesetz generell unbefristet, eine Entlassung wird von Ärzten in regelmäßigen Abständen geprüft. Der mutmaßliche Täter ist bereits jetzt in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

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