Prozess in Neubrandenburg : Mutmaßliche Drogenhändler streben „Deal“ an

Eine Bande von der Seenplatte soll ein größeres Drogennetz betrieben haben. Bei einer Großrazzia wurden im Juni kiloweise Rauschgift und eine sechsstellige Summe Geld entdeckt. Im Prozess sind die Hauptverdächtigen zu Geständnissen bereit - unter Bedingungen.

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26. November 2018, 16:26 Uhr

 Im Prozess gegen eine mutmaßliche Drogenbande am Landgericht Neubrandenburg könnte es einen sogenannten Deal geben. Nach mehreren Beratungen zwischen Richtern, Staatsanwältin Daniela Röder-Rößner und den Verteidigern wurde der Prozess nach der Anklageverlesung am Montag auf den 5. Dezember vertagt. „Es hat Vorgespräche gegeben, zu deren Ergebnissen wir aber noch nichts sagen können“, erläuterte Richterin Nicola Schmidt-Nissen.

Mehrere Verteidiger, darunter Peter-Michael Diestel, stellten bei einer Einigung Geständnisse der drei Angeklagten in Aussicht. Sollte es zu einer Absprache kommen, könnte dies das sehr komplexe Verfahren deutlich abkürzen, erläuterte die Richterin. Den 39, 30 und 28 Jahre alten Männern aus der Müritz-Region wirft die Staatsanwaltschaft bandenmäßigen Drogenhandel in mindestens acht Fällen vor.

Marihuana, Amphetamine, Kokain und Ecstasy

Sie sollen mit weiteren Verdächtigen - insgesamt soll es zwölf geben - über ein Jahr kiloweise Betäubungsmittel unter anderem aus Hamburg besorgt und gewerbsmäßig vertrieben haben. In der Anklage sind allein 23 Kilogramm Marihuana, Amphetamine, Kokain und Ecstasy-Tabletten aufgezählt.

Die Gruppe war bei einer größeren Razzia mit 160 Beamten im Juni aufgeflogen. Damals waren 15 Gebäude und Grundstücke in Waren an der Müritz, Möllenhagen und anderen Dörfern der Region sowie in Hamburg und Sachsen-Anhalt durchsucht worden. Dabei wurden Kokain, Amphetamine, Marihuana und Ecstasy-Pillen sowie eine sechsstellige Summe Bargeld, das aus dem Drogenverkauf stammen soll, beschlagnahmt.

Als Haupttäter gelten der 39-Jährige und der 30-Jährige, der zur Tatzeit noch Bundeswehroffizier gewesen sein soll. Inzwischen wurde er entlassen. Ihnen drohen bei einer bandenmäßigen Straftat Haftstrafen nicht unter fünf Jahren. Die Anwälte streben aber ein geringeres Strafmaß an, wie Wolfgang Bartsch als Anwalt des 39-Jährigen erläuterte. Am 5. Dezember soll klar sein, ob die Angeklagten Geständnisse vor Gericht ablegen. Der älteste Angeklagte ist bereits einschlägig vorbestraft.

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