Neubrandenburg : Postauto-Raub und Verfolgungsjagd: Prozess gegen Trio beginnt

 

 

Die Angeklagten müssen sich sechs Monate nach der Tat mitsamt spektakulärer Verfolgungsjagd ab Dienstag, 10 Uhr, verantworten.

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09. Juni 2020, 09:51 Uhr

Sechs Monate nach einem Postauto-Raub mit spektakulärer Verfolgungsjagd müssen sich drei Beschuldigte ab Dienstag, 10 Uhr am Landgericht Neubrandenburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den jungen Männern und der Begleiterin gemeinschaftlichen Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Die Verfolgungsjagd ereignete sich im Dezember 2019 und lief über 60 Kilometer von Friedland bei Neubrandenburg bis Jarmen in Vorpommern. Dem 20-jährigen mutmaßlichen Haupttäter wird eine ganze Serie von Straftaten auch im Vorfeld vorgeworfen.

Angestelllte niedergeschlagen und Transporter gestohlen

Die Männer aus der Nähe von Greifswald und Neubrandenburg sollen damals bei Friedland eine Postangestellte niedergeschlagen, ihren Transporter gestohlen und sich damit die Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert haben. Dabei wurde auch geschossen, aber niemand getroffen. Erst ein Unfall bei Jarmen stoppte laut Polizei den 20-Jährigen, der keinen Führerschein hatte, seinen 19-jährigen Mitfahrer und die 15-Jährige.

20-Jähriger war schon vorher aufgefallen

Die überfallene Postangestellte wurde schwer, ein Polizist bei der Verfolgung leicht verletzt. Erst kurz vorher soll der 20-Jährige bereits einen Firmentransporter bei Neubrandenburg gestohlen haben. Einen Tag vor dem Postauto-Raub wurde das Trio in Neubrandenburg mit dem gestohlenen Transporter gestellt, konnte aber wieder gehen. Das rief Kritik aus dem Innenministerium hervor, denn der 20-Jährige war der Polizei schon Ende November aufgefallen. Er soll auch dort ein Auto gefahren haben, das bei Weitenhagen nahe Greifswald kontrolliert werden sollte. Auch da war der Fahrer davongerast, der Wagen verunglückte kurz danach. Dabei starb ein Insasse des Autos. Der 20-Jährige, gegen den auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wurde, und ein 16-jähriger Beifahrer wurden damals verletzt.

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil soll frühestens Anfang August fallen.

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