Baltic Lights : Husky-Rennen auf Usedom vor allem wegen Hochwassers abgesagt

23-119493665.JPG
1 von 2

Wenige Stunden vor dem geplanten Beginn des Promi-Schlittenhunderennens auf Usedom am Freitag ist das Event abgesagt worden.

von
06. März 2020, 12:40 Uhr

Das Promi-Schlittenhunderennen „Baltic Lights“ auf Usedom ist am Freitag wenige Stunden vor der Eröffnung abgesagt worden. Grund sind allerdings nicht in erster Linie die hohen Auflagen der Gemeinde Heringsdorf, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu vermeiden, sondern der steigende Wasserpegel am Strand, teilte Veranstalter Till Demtrøder am Freitag mit.

Die Rennstrecke ist derzeit unpassierbar und steht der Veranstaltung somit nicht zur Verfügung. Till Demtrøder

Die Husky-Rennen sowie die weiteren öffentlichen Programmpunkte von Baltic Lights seien unter den Bedingungen nicht durchführbar.

Die Wettkampfstrecke am Strand stand unter Wasser und konnte somit nicht für die Rennen präpariert werden. Zelte und Zuschauertribünen würden nun wieder abgebaut, sagte eine Sprecherin. Die mit ihren Hunden angereisten Musher und die Prominenten hätten Verständnis gezeigt. Überrascht habe die Entscheidung niemanden. Wie es in Zukunft weitergehe, sei offen.

60 000 Zuschauer erwartet

Demtrøder zufolge bemühten sich die Mitarbeiter, die hohen behördlichen Sicherheitsmaßnahmen zum Infektionsschutz zu erfüllen. Dazu gehörte etwa, Name, Adresse und Telefonnummer der Besucher zu erfassen, um eine eventuell nötige Nachverfolgung des Covid-19-Virus zu ermöglichen. Außerdem sollten Möglichkeiten geschaffen werden, sich an Eingängen und Toiletten die Hände zu desinfizieren. An den drei Eventtagen waren bis zu 60 000 Zuschauer erwartet worden.

23-119416806.JPG
Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
 

Das mittlerweile fünfte Rennen mit Prominenten aus Musik, Fernsehen, Showgeschäft und Sport sollte am Freitagabend eröffnet werden. Zuvor waren Trainingsläufe von Promis und professionellen Schlittenhundeführern geplant. Am Samstag sollten Charity-Rennen der Stars zugunsten der Welthungerhilfe stattfinden, am Sonntag sollten die internationalen Musher-Teams zum Wettkampf antreten.

Während auf Usedom Enttäuschung vorherrschte, gab es in Sellin auf Rügen ein Aufatmen. Ein junger Erzieher in der kommunalen Kita ist negativ auf das Covid-19-Virus getestet worden, teilte Sellins Bürgermeister Reinhard Liedtke mit. Der Mann sei mit Erkältungssymptomen von einem Fußballspiel in Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt. Die Kita-Leiterin habe ihn zum Arzt geschickt. Die Einrichtung mit rund 100 Kindern war Donnerstagmittag geschlossen worden. Am Montag werde der Betrieb normal weitergehen, sagte der Bürgermeister. Die Eltern würden telefonisch informiert.

Ministerium stellt Hilfe für Unternehmen in Aussicht

Das Wirtschaftsministerium will Betriebe unterstützen, die wegen des neuartigen Coronavirus mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen.   Dafür wurde eine Unternehmenshotline mit der Nummer +49 385 588 55 88 geschaltet, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) mitteilte. „Wir reagieren vorsorglich“, sagte er. Noch seien die Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft gering. Bislang gebe es vereinzelt Probleme bei Unternehmen, die auf Zulieferungen angewiesen sind oder Verluste durch Stornierungen oder abgesagte Messen.

Hier finden Sie einen Überblick über die gesamte Lage rund um das Virus.

Unternehmen könnten sich an die Hotline wenden, wo jedes Anliegen aufgenommen und geprüft werde. „Dann muss entschieden werden, ob und inwieweit eine Unterstützung möglich ist“, sagte Glawe. Die Ansprechpartner würden über Möglichkeiten finanzieller Hilfen bis zur Mitarbeiterqualifizierung während Kurzarbeit informieren.

Unterstützung gebe es auch beim Stellen von Anträgen. Einem Bericht des „Nordkurier“ zufolge hat Betrieb Peenebau in Neukalen (Mecklenburgische Seenplatte) am Freitagmorgen wegen Verdachts auf eine Covid-19-Infektion eines Mitarbeiters 95 Leute von 20 Baustellen nach Hause geschickt. Bei einer Entwarnung solle am Montag der Betrieb wieder aufgenommen werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen