Till Backhaus : Problem-Biber fangen oder töten

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Backhaus stellt schnelle Lösungen bei gravierenden Schäden in Aussicht

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27. März 2019, 20:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat Betroffenen bei Biberschäden unter bestimmten Bedingungen schnelle Lösungen in Aussicht gestellt. „Wenn Bahndämme, Straßen oder Wohngebiete gefährdet sind, können Biber auch ,entnommen‘ werden“, sagte Backhaus am Mittwoch bei einer Diskussion der Wasser- und Bodenverbände zur Biberproblematik in Anklam. Dann greife das Sicherheits- und Ordnungsgesetz. Die „Entnahme“ könne durch Fangen oder auch durch Töten geschehen, wie bei Boizenburg, wo eine ICE-Strecke gefährdet war.

Einheitliche Regeln für den Umgang mit dem Biber in MV

Backhaus kündigte eine Verordnung an – ähnlich wie in Bayern und Brandenburg – die den Umgang mit Bibern einheitlicher und schneller regeln soll. Zuvor räumte der Minister vor mehr als 60 Gästen ein, dass Biberschäden seit Jahren stark zunehmen. Im Nordosten sei der von der EU angestrebte „gute Erhaltungszustand“ bei den Pflanzenfressern bereits erreicht.

Ihre Zahl sei seit 2002 mit rund 400 Tieren auf jetzt etwa 2700 Biber gestiegen. Besonders betroffen seien die Landkreise Vorpommern-Greifswald, Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim, wo mehr als 80 Prozent der Biber lebten. In Brandenburg gebe es etwa 3000 Biber, jährlich würden 300 „entnommen“.

In Bayern sind es laut Backhaus etwa 30 000 dieser Tiere, dort werden etwa zehn Prozent im Jahr „entnommen“.

Dämme der Nager als Bedrohung

Mehrere Redner kritisierten, dass bei Wasseranstauungen durch die Tiere Anträge bei den Landesumweltämtern viel zu lange dauerten. Mitunter gefährdeten durch Biber verursachte Überschwemmungen andere geschützte Tierarten wie in der Region Uecker-Randow den Brachvogel, der trockene Wiesen braucht. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG beschrieb einen Fall an der Strecke Lübeck-Pasewalk-Stettin, wo ein Entwässerungsgraben angestaut wurde und der Bahndamm durchfeuchtete. Dort seien bereits 70.000 Euro in den Rückbau investiert worden. Generell fehle in Mecklenburg-Vorpommern eine einheitliche Vorgehensweise bei Biberproblemen.

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Artenschutz nicht übertreiben

„Wir Menschen haben die Pflicht, Artenschutz zu betreiben“, sagte Backhaus. „Es hilft dem Artenschutz aber überhaupt nicht, wenn er übertrieben wird.“ Wenn an Bahnlinien Sicherheitsprobleme auftauchten oder wenn Radwege und Straßen überflutet würden, müsse sofort gehandelt werden.

Kommunalpolitiker wie der Bürgermeister von Friedland, Wilfried Block (CDU), befürchten in dem Zusammenhang deutlich steigende Kosten für die Kommunen, die diese an die Grundstückseigentümer weiterreichen müssten.

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