Prepper-Szene : Revision in „Nordkreuz“-Prozess um illegalen Waffenbesitz

Der Angeklagte im Gerichtssaal grüßt Anwesende.
Der Angeklagte im Gerichtssaal grüßt Anwesende.

Im „Nordkreuz“-Prozess um den illegalen Waffenbesitz eines Ex-Elite-Polizisten hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil des Landgerichts Schwerin eingelegt.

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06. Januar 2020, 15:12 Uhr

Das Landgericht hatte den früheren Scharfschützen beim Spezialeinsatzkommando (SEK) Mecklenburg-Vorpommern kurz vor Weihnachten zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das ist der Staatsanwaltschaft zu wenig - die Anklagebehörde hatte zwei Jahre und zehn Monate Haft für Marko G. gefordert.

Kriegswaffen-Munition und Sprengmittel

Bei einer Verurteilung zu mehr als zwei Jahren Haft ist eine Aussetzung zur Bewährung nicht möglich. Vordergründig ging es bei dem Fall um den illegalen Besitz einer Maschinenpistole der israelischen Marke Uzi und 1500 Schuss Kriegswaffen-Munition sowie um die unsachgemäße Lagerung weiterer Waffen, Munition und Sprengmittel.

Es ging aber auch um die Prepper-Gruppe „Nordkreuz“, die eine extreme Form des Prepperns (engl. prepare - vorbereiten) pflegte und in der Marko G. eine führende Rolle spielte, wie im Prozess deutlich wurde. Die Gruppe hortete Lebensmittel, Ausrüstungsgegenstände und Munition für einen von ihr befürchteten Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung.

Rechtsextremes Gedankengut ausgetauscht

In Chats unter einzelnen Mitgliedern wurde rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht. Jedoch sei dies für den Prozess unerheblich gewesen, hatte der Richter erklärt.

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen zwei Mitglieder von „Nordkreuz“ wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Marko G. wird in dem Verfahren als Zeuge geführt.

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