Zum Nachschauen : Premiere des Videomagazins „SVZ.Gesundheit!“ zum Thema Adipositas

Chirurgin Dr. Kristina Lenz (rechts) und Moderatorin Karin Koslik (links) freuen sich auf die Sendung.
Chirurgin Dr. Kristina Lenz (rechts) und Moderatorin Karin Koslik (links) freuen sich auf die Sendung.

Videoärztin Dr. Kristina Lenz und Moderator Alexander Stuth sind Gäste der ersten Ausgabe unseres Gesundheitsmagazins

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13. Juli 2021, 17:25 Uhr

Schwerin | Vorhang auf für „SVZ.Gesundheit!“: Am Mittwoch ging die erste Ausgabe unseres neuen Online-Magazins an den Start. Unterstützt unter anderem durch die Schweriner Helios Kliniken, werden wir künftig monatlich interessante Themen aus der Welt der Medizin aufgreifen. Wer die Übertragung nicht live verfolgen konnte, findet hier die Aufzeichnung:

Unsere erste Sendung beschäftigt sich mit Adipositas, also krankhaftem Übergewicht. In Deutschland sind rund zwei Drittel der Männer und gut die Hälfte der Frauen übergewichtig, ihr Body-Mass-Index (BMI) liegt über 25. Ein knappes Viertel der Erwachsenen gilt als adipös. Unter diesem Begriff werden Menschen zusammengefasst, deren BMI größer als 30 ist. Ihre Zahl hat in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich zugenommen, so die Deutsche Adipositas Gesellschaft. Besonders groß ist der Zuwachs bei Männern und im jungen Erwachsenenalter.

Ostseewelle-Moderator Alexander Studt: 45 kg leichter in 16 Monaten

Zu denjenigen, die lange Zeit viel zu viel auf die Waage gebracht haben, gehört auch Ostseewelle-Moderator Alexander Stuth. Erst nach einer operativen Magenverkleinerung im März vergangenen Jahres bekam er sein Übergewicht in den Griff. Heute zeigt die Waage bei ihm 45 kg weniger an. Wie er sich als „Dicker“ gefühlt hat und wie sich sein Leben durch die Operation verändert hat, erzählte der Rostocker vor laufender Kamera. Als besonderen Gag hatte er angekündigt, eine alte Hose mitzubringen, die ihm vor einem guten Jahr noch passte, in die er sich inzwischen aber beinahe einwickeln kann.

Helios-Adipositaszentrum: Sechs Monate Warten auf einen Termin

Ein Kamera-Profi ist Dr. Kristina Lenz, Chirurgin an den Schweriner Helios Kliniken und ebenfalls Gast in unserer Magazinsendung. Im vergangenen Jahr wurde sie einer breiten Öffentlichkeit durch ihr Videotagebuch in der Corona-Pandemie bekannt. Wegen der positiven Ausstrahlung, die sie trotz des schweren Themas nie verlor, hatten sie Leser seinerzeit „Dr. Sonnenschein“ genannt.

Oberärztin Dr. Kristina Lenz  wird wegen ihrer positiven Ausstrahlung von ihren Fans „Dr. Sonnenschein“ genannt.
Volker Bohlmann
Oberärztin Dr. Kristina Lenz wird wegen ihrer positiven Ausstrahlung von ihren Fans „Dr. Sonnenschein“ genannt.
Hintergrund

Body-Mass-Index (BMI)

Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist ein häufig verwendetes Maß zur Beurteilung des Körpergewichts eines Menschen. Ob Normalgewicht, Übergewicht oder Untergewicht – der BMI hilft dabei, das eigene Gewicht richtig einzuschätzen. Im Internet gibt es zahlreiche Rechner, mit den sich aus Körpergröße in Zentimetern und Gewicht der BMI errechnen lässt. Die Formel dafür lautet
BMI = Körpergewicht : (Körpergröße)²
Liegt das Ergebnis unter 18,5, spricht man von Untergewicht. Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 gilt als Normalgewicht. Bis zu einem BMI von 29,9 spricht man von Übergewicht oder Präadipositas, bis 34,9 von Adipositas (Fettleibigkeit) Grad I, bis 39,9 von Adipositas Grad II und darüber von Adipositas Grad III.
Allerdings wird der BMI in Abhängigkeit vom Alter beurteilt, weil sich das Normalgewicht mit dem Älterwerden verschiebt. Etwa ab 40 Jahren verändern sich Stoffwechsel und Körperzusammensetzung. Menschen in diesem Alter nehmen ganz natürlich an Gewicht zu, das Normalgewicht verschiebt sich also – und damit der empfohlene BMI. Allerdings kann das Körpergewicht mit fortschreitendem Alter auch wieder sinken, denn ältere Menschen bauen verstärkt Muskelmasse ab, die schwerer ist als Fett. Das führt zu einem geringeren Gewicht, sodass der BMI bei älteren Normalgewichtigen fälschlicherweise auf Untergewicht hindeuten kann. Das ist nicht die einzige Unschärfe beim BMI. Sportler zum Beispiel fühlen sich falsch beurteilt, weil der Wert nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheidet

Ungeachtet der Mehrbelastung durch die Pandemie hat sie maßgeblich dazu beigetragen, im Schweriner Klinikum seit dem vergangenen Jahr ein Adipositas-Zentrum aufzubauen. Wie groß der Bedarf nach entsprechender Behandlung war und ist, lässt sich daran ablesen, dass es mittlerweile sechs Monate dauert, bis krankhaft Übergewichtige dort einen Termin bekommen. Sich beizeiten anzumelden, lohnt dennoch, so die Zentrumsleiterin: Die Wartezeit nutzt ein Team aus hauseigenen Experten und externen Kooperationspartnern bereits, um die Betroffenen auf eine eventuelle Operation vorzubereiten – wobei nicht jede und jeder dafür in Frage kommt, wie Dr. Lenz auch betont. Das sollten sich potenzielle Patienten ihrer Sprechstunde ebenso bewusst machen wie den Fakt, dass Übergewicht eine lebenslange Erkrankung ist, die auch eine lebenslange Therapie nötig macht.

Ernährungsberater Olaf Winkler rät zum Tagebuchführen

Der Ernährungsberater Olaf Winkler und sein Schweriner Institut „Gesundheit heißt Leben“ gehören zu den Partnern, mit denen Dr. Lenz und ihre Mitstreiter im Schweriner Helios-Adipositaszentrum kooperieren. 80 Prozent der Patienten, die sich an ihn und seine Mitarbeiter wenden, möchten Gewicht verlieren. Wie das gelingen kann und was erforderlich ist, um von vornherein ein normales Gewicht zu halten, erklärt er in unserem Magazin „SVZ.Gesundheit!“. Kleiner Tipp vorweg: Ein Ernährungstagebuch zu führen ist eine gute Basis. Der Aufwand, es zu führen, lohnt in jedem Fall, so Winkler: Denn über das Aufspüren von großen und kleinen Sünden beim Essen und Trinken zu einem ein geringeres Körpergewicht zu kommen, hat auch noch viele andere positive Effekte: Blutzucker- und Blutfettwerte sinken, der Blutdruck normalisiert sich, das Leben macht wieder mehr Spaß.

Das erwartet Sie in der nächsten Ausgabe

Die August-Ausgabe von „SVZ.Gesundheit!“ wird sich mit den Themen „Wie komme ich weg von Alkohol und Zigaretten?“ und „Was passiert im Herzkatheterlabor?“ beschäftigen.

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