Das politische Berlin : Exklusive Reise begeistert Leser

Russlands Botschaft ist nicht für jedermann so offen zugänglich.
Russlands Botschaft ist nicht für jedermann so offen zugänglich.

Premiere der Leserreise „Politisches Berlin“: Viertägiges Programm ermöglicht Einblicke, die man nicht kaufen kann

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24. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Der erste Programmpunkt fand keine ungeteilte Zustimmung: „Wie kann man uns diesen Amthor vorsetzen?“, erregte sich eine Teilnehmerin der exklusiven SVZ-Leserreise „Politisches Berlin“ über den „Jungspund, der noch nichts geleistet hat“. Dann aber staunten die 37 Leser nicht schlecht, wie sachkundig und nahbar dieser jüngste CDU-Bundestagsabgeordnete aus Pasewalk/Vorpommern in einem Beratungsraum des Paul-Löbe-Hauses ihnen den Parlamentsbetrieb und sein tägliches Arbeitsprogramm vermittelte. Danach bekannten sich die Kritikerinnen als neue Fans dieses „kompetenten Jungpolitikers“.

 

So ging es munter weiter: Beim exklusiven Blick hinter die Kulissen wurde diskutiert, gestaunt und gelacht. Am Abend etwa in der ZDF-Talkshow von Maybritt Illner. Oder bei einer Runde mit dem Stamm-Karikaturisten unserer Mediengruppe, Roland Regge-Schulz alias Mario Lars.

Blick hinter die Kulissen des Bundesfinanzministeriums

Zu den Stationen des Besuchsprogramms, das Maren Sabelhaus von HKR, der Reiseagentur unserer Mediengruppe, organisierte und begleitete, zählte auch das Bundesfinanzministerium. Ein Bau der Nazi-Gigantonomie, einschüchternd und spektakulär. Hausherr Olaf Scholz (SPD) hatte zwar keine Zeit. Dem packenden Vortrag seines Mitarbeiters über die Historie des Ortes hätte die Gruppe aber noch länger folgen mögen, hätte nicht SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Bundestag gewartet. Der Niedersachse nahm sich zwischen zwei Abstimmungen im Plenum Zeit für die Leser. Spannend war seine Sicht auf die Agenda 2010 und die Zukunft der Großen Koalition. „Kämpfen Sie weiter“, ermunterte ihn eine Leserin, die sich als Genossin zu erkennen gab.

Zu Besuch in der russischen Botschaft

Zweifellos ein besonderer Höhepunkt: Die Russische Botschaft Unter den Linden. Die gewaltige Kuppel, der Spiegelsaal, das Putin-Porträt im Botschafter-Zimmer oder das botschaftseigene Theater. Ein Mitarbeiter verriet, dass es gerade nur wenige Konzerte gebe, „denn der politische Dialog ist derzeit nicht besonders warm“. Gespannt warte man, dass Kanzlerin Angela Merkel mal wieder vorbeikommt.

Kurzes Luftholen im Bus auf dem Weg zur Bundespressekonferenz, bevor der anstrengendste Termin anstand: Treffen unter Polizeischutz mit Alice Weidel, AfD-Fraktionschefin. Ihre Kritik an Euro und Währungsunion klang für viele Leser noch einleuchtend. Ihre Vorwürfe, der Staat breche täglich dutzendfach deutsches Recht, etwa, weil nicht konsequent abgeschoben werde, ließen die Leser aber nicht widerspruchslos stehen. Als Leser fragten, ob sie mit Begriffen wie „Kopftuchmädchen“ und „Messermänner“ nicht Hass und Spaltung schüre, räumte Weidel ein, dass man darüber streiten könne, blieb aber dabei, notwendige Debatten anstoßen zu wollen. Auf die Frage, warum sie sich nicht von extremistischen Äußerungen Björn Höckes distanziere, fragte sie nach Beispielen. Als diese genannt wurden, drehte sich Weidel um und ging – sie habe nun keine Zeit mehr. Ein kleiner Eklat. Aber auch typisch für das politische Berlin.

Kontrastprogramm in der Stasi-Zentrale in der Normannenstraße. Dort wartete bereits Michael Bradler, ein von der Stasi Verfolgter und Inhaftierter. Sachkundig führte Bradler die Gruppe durch die Räume und berichtete von seinem Schicksal.

Treffen mit Gregor Gysi und Kabarettisten Matthias Richling

Richtig hintergründig geriet am Sonntagvormittag ein kleiner Stadtrundgang mit der Nichtregierungsorganisation (NGO) Lobby Control – unter anderem zu jenem italienischen Restaurant, in dem einst Heiko Maas (SPD), damals Justizminister, gegen Zahlung von bis zu 10 000 Euro einige Lobbyisten empfangen hatte.

Das unterhaltsame Finale dann bei „Missverstehen Sie mich richtig“ in der Distel mit Linken-Ikone Gregor Gysi und dem Kabarettisten Matthias Richling. Sehr kurzweilig und unterhaltsam. Gysi begrüßte nach der Vorstellung unsere Leser noch exklusiv und stellte sich geduldig den Fragen der Gruppe.

Reisebegleiterin Maren Sebelhaus freute sich nach der Rückkehr in Schwerin: „Es gab nur positives Feedback und gut gelaunte Gäste, die sehr interessiert an einer Fortsetzung waren.“ Das bestätigten unter anderen auch die mitgereisten Christel und Dietmar Johne aus Wittenberge (Prignitz), die uns schrieben: „Ganz herzlich möchten wir uns für die tolle Leserreise bedanken, an der wir teilnehmen durften. ,Hinter die Kulissen´ zu schauen zog sich wie ein roter Faden durch alle vier Tage mit viel Abwechslung, interessanten Gesprächen und tiefen Einblicken hindurch. Klasse Vorbereitung und Durchführung!“


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