Stralsund : Polizei trainiert mit Großübung den Einsatz im Terrorfall

Kriminaltechniker der Polizei untersuchen während einer Übung eine Puppe, die eine Leiche an einem Tatort nach einem Terroranschlag darstellt.
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Kriminaltechniker der Polizei untersuchen während einer Übung eine Puppe, die eine Leiche an einem Tatort nach einem Terroranschlag darstellt.

Die Landespolizei trainierte mit Hunderten Beamten, um im Ernstfall für den Einsatz nach einem Terroranschlag gewappnet zu sein.

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20. November 2018, 20:00 Uhr

Die Landespolizei hat am Dienstag mit Hilfe von rund 500 Teilnehmern bei einer Großübung den Einsatz nach einem Terroranschlag trainiert. Die Übung begann am Morgen in der Marinetechnikschule in Parow bei Stralsund und verlagerte sich im Laufe des Tages nach Westen in Richtung Ribnitz-Damgarten, sagte eine Polizeisprecherin.

In dem Szenario war ein Transporter in eine Menschenmenge vor dem Stralsunder Ozeaneum gefahren, für das die Marinetechnikschule die Kulisse bildete. Die Marine war den Angaben zufolge nicht Teil des Trainings, die Marineschule diente lediglich als Kulisse. Am echten Ozeaneum wollte die Polizei nicht üben, weil dort sonst kein Besucherbetrieb möglich gewesen wäre, sagte eine Polizeisprecherin.

In dem Szenario seien durch die Fahrt in die Menge mehrere Menschen gestorben, Rettungskräfte kämpften um das Leben von Schwerverletzten. Lebensgroße Puppen, die mit Kunstblut beschmiert waren, wurden von Kriminaltechnikern untersucht, Leichtverletzte, gespielt von Darstellern, saßen unter Rettungsdecken.

Eine als Verletzte geschminkte Puppe wird von Rettungskräften während einer Terror-Übung mit dem Rettungswagen abtransportiert. Ziel der Übung ist es, bereits in anderen Szenarien Gelerntes auch in einem größeren Rahmen einzusetzen.
Stefan Sauer/dpa

Eine als Verletzte geschminkte Puppe wird von Rettungskräften während einer Terror-Übung mit dem Rettungswagen abtransportiert. Ziel der Übung ist es, bereits in anderen Szenarien Gelerntes auch in einem größeren Rahmen einzusetzen.

 

Der Verdächtige hat dem Szenario zufolge das Auto verlassen und ein anderes entführt, indem er dessen Fahrer mit einem Messer bedrohte. Dann befand er sich mehrere Stunden auf der Flucht. Die Ermittler gingen in der Übung von einem islamistischen Hintergrund des Anschlags aus.

Am Nachmittag tankte der Flüchtige dann in Marlow (Landkreis Vorpommern-Rügen) ohne zu bezahlen, wodurch die Polizei wieder die Spur aufnehmen konnte. Kurz darauf baute der Verdächtige bei Ribnitz-Damgarten einen Unfall und wurde letztlich von Spezialeinsatzkräften des Landeskriminalamts festgenommen.

500 Polizisten beteiligt

An der Übung waren nach Polizeiangaben insgesamt rund 500 Polizistinnen und Polizisten sowie 16 Rettungskräfte beteiligt. Bei der Verlegung des Übungsgebietes nach Westen waren Kontrollstellen an den Straßen aufgebaut worden, an denen jedoch keine Bürger, sondern ausschließlich Übungsteilnehmer kontrolliert worden seien. Die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung seien nach eigener Einschätzung nur gering gewesen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) betonte, dass die Anforderungen an die Sicherheitsbehörden immer komplexer würden. Gemeinsames Üben sei deshalb unabdingbar. «Nur auf das, was geübt wurde, können wir aufbauen und nur das gibt der Landespolizei Handlungssicherheit, um die Abläufe und das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Bereichen der Landespolizei zu verbessern und zu verfeinern», sagte Caffier.

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