Plastikmüll in Gewässern : Linke in MV: Mehrweg-Quote muss signifikant erhöht werden

Unter dem Müll ist der Ostseesand vergraben. So kann es nicht weitergehen.

Unter dem Müll ist der Ostseesand vergraben. So kann es nicht weitergehen.

Auf Antrag ihrer Fraktion hatte sich der Agrar- und Umweltausschuss des Landtags in einer Anhörung mit der wachsenden Mülllast in Gewässern befasst.

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29. August 2019, 15:52 Uhr

Die Linke sieht sich in ihrer Sorge um die zunehmende Meeresverschmutzung bestätigt und die Politik in der Pflicht, die Weichen mit schärferen Vorgaben neu zu stellen. „Die Mehrweg-Quote muss signifikant erhöht werden. Die Pflicht bei Großveranstaltungen, auf Einwegprodukte zu verzichten, kann nur ein Anfang sein“, erklärte die Linke-Abgeordnete Mignon Schwenke am Donnerstag in Schwerin.

Immer größere Ausmaße in der Ostsee

Auf Antrag ihrer Fraktion hatte sich der Agrar- und Umweltausschuss des Landtags in einer Anhörung mit der wachsenden Mülllast in Gewässern befasst. „Plastikmüll im Meer ist ein Problem, das auch in der Ostsee immer größere Ausmaße annimmt“, betonte Schwenke. Dies betreffe sowohl kaum wahrnehmbare Mikroplastik als auch sichtbare Plastikteile wie Tüten und Behälter.

Schwenke nahm Behörden und Institutionen in die Pflicht, bei der Beschaffung von Gebrauchsartikeln mit gutem Beispiel voran zu gehen. Doch müssten auch die Einflussmöglichkeiten erweitert werden. „Das Vergabegesetz M-V hat hinsichtlich einer nachhaltigen und ökologischen Beschaffung bislang keine wirkungsvollen Hebel. Das muss sich ändern, wenn wir etwas erreichen wollen“, mahnte sie. Zudem müsse es härtere Strafen und Kontrollen gegen das unachtsame Zurücklassen von Müll an den Stränden geben.

Für AfD mehr Verbote und Regelungen der falsche Weg

Nach Ansicht der AfD hingegen ist das „große Plastikmüllproblem in der Ostsee bloßer Populismus“ und herbeigeredet. „Plastikmüll zu vermeiden ist Konsens - wer aber von Müllinseln in der Ostsee spricht, verschleiert die wirklichen Ursachen und nimmt unschuldige Bürger in Sippenhaft, denn möglicherweise ist die Ostsee das am geringsten mit Plastikmüll belastete Gewässer in unseren Breiten“, sagte der AfD-Abgeordnete Sandro Hersel.

Mehr Verbote, Regelungen und damit noch mehr Bürokratie seien der falsche Weg. Zudem säßen die Hauptverantwortlichen für Müll in den Meeren in Asien und in den Entwicklungsländern. Hersel warb dafür, diese Länder beim Aufbau einer effektiven Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.

Weiterlesen: Meeresschutz: Küstenlotterie auch in MV

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