Mecklenburg-Vorpommern : Pläne für Grundsanierung des Segelschulschiffs „Greif“ vorgestellt

Ein Schild mit dem Schiffsnamen am Schiffsrumpf des Segelschulschiffes 'Greif'. Die 40 Meter lange und 1951 als DDR-Segelschulschiff 'Wilhelm Pieck' gebaute Zweimastbark soll saniert werden.

Ein Schild mit dem Schiffsnamen am Schiffsrumpf des Segelschulschiffes "Greif". Die 40 Meter lange und 1951 als DDR-Segelschulschiff "Wilhelm Pieck" gebaute Zweimastbark soll saniert werden.

Die jüngste Grundreparatur des Segelschulschiffs „Greif“ ist fast 30 Jahre her. Nun liegen die Pläne für eine umfangreiche Sanierung vor.

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22. Juni 2020, 18:35 Uhr

Das Greifswalder Segelschulschiff „Greif“ muss grundlegend saniert werden. Hauptziel der Grundreparatur sei der Erhalt der Klasse, sagte Schiffsgutachter Detlev Löll am Montag in Greifswald bei der Präsentation des Sanierungskonzepts. Derzeit sei ein Einsatz des Schiffs nicht möglich, da die Klasse wegen Korrosionsschäden am Rumpf bis zum Abschluss der Reparatur ruhe. Zudem müsse die „Greif“ an moderne Sicherheits- und Komfortansprüche angepasst werden.

Neben den Korrosionsschäden genüge unter anderem die Unterkunft für die Trainees und Gäste im Zwischendeck den heutigen Anforderungen nicht mehr, die Sanitärräume seien veraltet. Auch die Kombüse entspreche nicht geltenden Hygienestandards und sei neu geplant worden. Zudem sei die Maschinenanlage überaltert. Als Ersatz werde eine neue dieselelektrische Anlage empfohlen.

Gesamtes Holzdeck muss ersetzt werden

Im Rahmen des Schiffbaus sei es notwendig, das gesamte Holzdeck zu ersetzen. Für den Korrosionsschutz seien umfangreiche Sandstrahlarbeiten und Farbbeschichtungen geplant. Die technischen Anlagen und die Elektrik an Bord müssen erneuert werden. Auch ein neuer Satz Segel gehört zur geplanten Grundsanierung. Besonders innen wird das Schiff nach den Maßnahmen anders aussehen - die Einrichtungen im Zwischendeck, im Achterschiff und des Deckshauses sollen laut Konzept vollständig ersetzt werden.

Für die Grundsanierung wird den Angaben zufolge mit Gesamtkosten von 3,5 Millionen Euro gerechnet. Diese Höhe des finanziellen Aufwands komme zustande, wenn als neuer Antrieb die dieselelektrische Option gewählt und wenn schadstoffhaltige Dämmung oder Farbe bei der Entkernung gefunden werde. Aufgrund der veränderten Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage seien diese möglichen Kosten aber nur eine grobe Schätzung.

Ein bewegliches Denkmal

Oberbürgermeister Stefan Fassbinder sagte, mit Vorliegen des Konzepts könne die Stadt nun in die Verhandlungen gehen. Sobald durch den Bund und Stiftungen genügend Fördermittel zusammengekommen seien, könne die Sanierung beginnen.

Das 1951 als „Wilhelm Pieck“ gebaute Schiff wird von der Stadt Greifswald als Segelschulschiff „Greif“ betrieben. Die Hansestadt hat es auch als bewegliches Denkmal eingetragen. Die „Greif“ wurde zuletzt 1991 grundlegend umgebaut und in der Klasse GL 100 A 5 Segelschulschiff aufgenommen, die seit einer Untersuchung Anfang 2020 ruht.

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