Pipeline : Nach Baustopp von Nord Stream 2 erreicht Verlegeschiff die Ostsee

Pipeline-Verlegeschiff in der Ostsee: Bis Ende April wurden nach Angaben des Nord-Stream-2-Konsortiums mehr als 2100 Kilometer Pipelines verlegt.
Pipeline-Verlegeschiff in der Ostsee: Bislang wurden nach Angaben des Nord-Stream-2-Konsortiums mehr als 2100 Kilometer Pipelines verlegt.

Ein russisches Spezialschiff soll den Weiterbau der Pipeline ermöglichen.

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30. April 2020, 14:48 Uhr

Nach dem Baustopp an der Ostseepipeline Nord Stream 2 soll das russische Spezialschiff für die Verlegung der restlichen Gasröhren an diesem Sonntag im Ostseehafen Kaliningrad festmachen.

Schiff am Sonntag erwartet

Die „Akademik Tscherski“ erreicht nach dem Start im Februar im fernöstlichen Hafen Nachodka am 3. Mai das Ziel, wie das Schiffsradar Vesselfinder.com am Donnerstag zeigte. Experten erwarten, dass das Schiff des russischen Gasmonopolisten Gazprom in Kaliningrad (früher Königsberg) technisch umgerüstet wird für die Fertigstellung der Leitung. Die Arbeiten stehen wegen US-Sanktionen seit Dezember still.

Russlands Energieminister Alexander Nowak hatte zuletzt betont, dass die fehlenden rund fünf Prozent der Pipeline fertig gebaut würden. Es habe riesige Investitionen gegeben, und es bleibe nur noch wenig zu tun, sagte er Mitte April im TV-Kanal Rossija-1. Das Projekt ist mit rund zehn Milliarden Euro veranschlagt. Es fehlten noch rund 160 Kilometer an Röhren, damit die Leitung mit zwei Strängen von insgesamt 2400 Kilometern vollständig sei, hieß es.

Weiterbau trotz US-Sanktionen

Russland hatte erklärt, dass die „Akademik Tscherski“ („Akademik Cherskiy“) die durch US-Sanktionen gestoppte Pipeline in der Ostsee fertigstellen könne. Einen offiziellen Termin für einen Neustart der Bauarbeiten gibt es bisher nicht. Kremlchef Wladimir Putin sagte im Januar, dass Russland das Projekt aus eigener Kraft fertigstellen könne - bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2021.

Weiterlesen: Diebstahl auf "Nord Stream 2"-Baustelle

Die Schweizer Firma Allseas, die mit Spezialschiffen Rohre in der Ostsee verlegt hatte, stellte Ende vorigen Jahres die Arbeiten wegen der US-Sanktionen ein. Die USA warnen vor einer zu großen Abhängigkeit der EU von russischem Gas. Auch die Ukraine und mehrere EU-Staaten wollen das Projekt verhindern. Ursprünglich sollte die Leitung Ende vorigen Jahres fertig sein. Deutschland, wo Nord Stream 2 anlanden soll, hatte die Sanktionen der USA kritisiert.

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