Patenschaften in Zoos : Für Tierliebhaber mit großem Herz

Tierpatenschaften spielen in Rostock wie in den meisten anderen Zoos eine wichtige Rolle - nicht nur als finanzielle Förderung.

Tierpatenschaften spielen in Rostock wie in den meisten anderen Zoos eine wichtige Rolle - nicht nur als finanzielle Förderung.

Tierpatenschaften sind ein gutes Mittel, Tierliebhaber an den Zoo zu binden. Ihre Spenden sind in jedem Zoohaushalt willkommen. Und die Paten haben auch etwas davon: Ihr Name ist für die Zeit der Patenschaft im Zoo sichtbar.

svz.de von
19. Mai 2019, 20:00 Uhr

„Je größer die Tiere, desto besser sind sie für Tierpatenschaften zu vermitteln.“ Udo Nagel ist als Direktor des Rostocker Zoos ein großer Fan von Tierpatenschaften. Diese spielten in Rostock wie in den meisten anderen Zoos eine wichtige Rolle - nicht nur als finanzielle Förderung. „Tierpaten fühlen sich in besonderer Weise dem Zoo verbunden und haben ein großes Herz für Tiere“, sagt er. Sie seien sehr am Artenschutz interessiert und setzten sich engagiert für die Belange von Tier, Natur und Umwelt ein. 2018 kamen in Rostock durch die Spenden der Tierpaten rund 130 000 Euro zusammen.

Rostocker Zoo

Im Rostocker Zoo sind vor allem die Orang-Utans und Gorillas im Darwineum als Patentiere gefragt, aber auch Robben, Eisbären, Pinguine, Galapagos-Riesenschildkröten und Zwergflusspferde. Aber es zähle auch der Faktor „süß“. „Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen auch die Erdmännchen - sie sind deshalb unser Leittier bei der Bewerbung um Tierpatenschaften“, berichtet Nagel.

Wildpark MV in Güstrow

„Die wohl größten Patentiere und Charakterköpfe sind unsere Braunbären Fred und Frode. Sie sind bei den Besuchern sehr beliebt und auch beliebte Patentiere“, sagt Anja Wrzesinski vom Wildpark MV in Güstrow. „Wer die beiden bei der kommentierten Fütterung erlebt, muss sie einfach mögen.“ So freue sich der Wildpark aktuell über 27 Tierpaten. „Auch wenn Patenschaften nur einen geringen Teil unserer Gesamtspenden ausmachen, hilft es uns weiter“, betont sie. Neben den Braunbären sind Wölfe und Luchse die Patenlieblinge. Der Wildpark könne in der Regel mit 3000 bis 8000 Euro jährlich rechnen.

„Orang-Utans und Galapagos-Schildkröten gehören zu den besonders geschützten Tieren“, betont der Sprecher der Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro, Carsten Klehn. Der Zoo beteilige sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, um die seltenen Tiere vor dem Aussterben zu bewahren. „Das unterstützen wir sehr gerne.“ Täglich bräuchten die Tiere kiloweise Gemüse und Früchte sowie individuelle Pflege, die mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Klehn sieht neben dem marktorientierten Sponsoring auch das Engagement für soziale, ökologische und kulturelle Belange. Der Erfolg der Wiro sei eng verzahnt ist mit einer funktionierenden sozialen Gemeinschaft Rostocks, für die der Zoo eine wichtige Arbeit leiste.

„Auch wir sind Seebären. Auch wir lieben das nasse Element. Aber wir sind leider nicht so elegante Schwimmer“, sagt Johannes Dumrese, Sprecher des Rostocker Marinekommandos. „Dafür haben wir sehr elegante Schiffe, mit denen wir auf den Weltmeeren für Sicherheit sorgen.“ Über die Patenschaften für insgesamt fünf Seebären könne auf das Engagement der Marine aufmerksam gemacht werden, zu dem auch der Umweltschutz auf Nord- und Ostsee gehört.

Vogelpark Marlow

„Tierpatenschaften sind für uns eine zusätzliche Einnahmequelle, die uns im letzten Jahr die beträchtliche Summe von 15 000 Euro gebracht hat“, bestätigt Franzi Haase vom Vogelpark Marlow. Sie versteht eine Tierpatenschaft als einen persönlichen Beitrag zu den Futter- und Tierarztkosten des Lieblingstiers. Dabei sei die Entwicklung der Zahl von Tierpaten sehr unterschiedlich. „In diesem Jahr stehen wir aktuell bei 80 Tierpatenschaften.“ In den Jahren zuvor waren es meist um die 100. Entsprechend der Ausrichtung des Parks seien die Patenlieblinge Loris, Wellensittiche, Graupapagei oder Uhus. Aber auch Kängurus, Kattas und Alpakas hätten mehrere Paten. „Das ist gut gemischt bei uns“, sagt Haase.

Im Tierpark Wismar spielen Patenschaften eine untergeordnete Rolle, erklärt Sprecherin Marina Welsch. „Deshalb planen wir haushälterisch auch keine Einnahmen ein.“ Oft sei es so, dass Bewerber für Patenschaften glauben, sie bezahlten einmal eine Summe X und seien dann lebenslang Pate. Deshalb gehe der Tierpark einen anderen Weg: „Wir versuchen, die Bewerber für eine Mitgliedschaft im Tierparkverein zu begeistern, weil da aus unserer Sicht beide Seiten mehr davon haben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen