Nord Stream 2 : Ausgleich für Pipelinebau: Bessere Abwasserklärung für Boddengewässer

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Besser gereinigtes Abwasser soll die Umweltschäden durch den Bau der Ostsee-Pipeline ausgleichen. Zusatzfilter sollen Stickstoff und Phosphor zurückhalten, die sonst in die Rügenschen Boddengewässer gelangen würden.

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15. Juli 2019, 06:16 Uhr

Für die Umweltschäden beim Bau der zweiten Ostseepipeline für russisches Erdgas muss der Investor Nord Stream einen Ausgleich leisten. In Mecklenburg-Vorpommern würden dafür Projekte im Umfang von 40 Millionen Euro umgesetzt, sagte ein Unternehmenssprecher. Sie sollen die Beeinträchtigungen der Umwelt durch die 85 Kilometer lange Trasse im deutschen Küstenmeer und an Land ausgleichen.

Neue Filter statt größeres Schutzgebiet

Zu den Projekten gehören zusätzliche Filter in den Klärwerken Bergen und Göhren auf Rügen sowie Stralsund und Greifswald. Damit soll besser gereinigtes Abwasser mit weniger Nährstoffen in die Rügenschen Boddengewässer eingeleitet werden. Pro Jahr sollen die Filter 70 Tonnen Stickstoff und drei Tonnen Phosphor zurückhalten. Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) will sich am Montag in Bergen über den Baufortschritt informieren. Zum Jahresende sollen die Zusatzfilter in Betrieb gehen.

Ursprünglich wollte das Land Mecklenburg-Vorpommern als Ausgleich bestehende Schutzgebiete auf Rügen erweitern. Bauern, die etwa 300 Hektar Ackerland zur Verfügung stellen sollten, wehrten sich dagegen. Weitere Kompensationsmaßnahmen der Gazprom-Tochter sind der Polder Bargischow (Vorpommern-Greifswald), wo 440 Hektar wieder unter Wasser gesetzt werden sollen, sowie die Renaturierung der Fischlandwiesen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Für diese Projekte übernahm Nord Stream nur die Finanzierung.

Die Kosten für die 1230 Kilometer lange, doppelsträngige Ostsee-Pipeline von Russland nach Deutschland werden mit knapp zehn Milliarden Euro angegeben. Gazprom übernimmt die Hälfte. Die andere Hälfte teilen sich fünf westeuropäische Unternehmen.

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