Tourismus : Neuer Landestourismuschef will Urlaubsland MV neu definieren

Mit ganz wenigen, oft wetterbedingten Ausnahmen konnte die Urlaubsbranche in den vergangenen drei Jahrzehnten einen Rekord nach dem anderen verbuchen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Veränderungen sind dringend geboten.

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28. November 2019, 14:00 Uhr

Mit dem Ziel, Mecklenburg-Vorpommerns Rolle als führendes Urlaubsland neu zu definieren, hat Tobias Woitendorf sein Amt als Geschäftsführer des Landestourismusverbands angetreten. Der 44 Jahre alte Rostocker folgt auf Bernd Fischer, der nach 25-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand geht.

29. Tourismustag MV in Warnemünde

„Der Tourismus muss sich seine Rolle für die Landesentwicklung und die Lebensqualität in Mecklenburg-Vorpommern noch bewusster machen und vertreten“, betonte Woitendorf am Donnerstag beim 29. Tourismustag MV in Warnemünde. „Wir wollen vorn sein bei Naturerlebnissen, bei der Wertschöpfung pro Gast, bei der Zufriedenheit von Urlaubern und Einheimischen sowie der Qualität in strategisch definierten Bereichen.“

30 Jahre nach dem Mauerfall stehe die Branche vor einer Zeitenwende, sagte Verbandspräsident Wolfgang Waldmüller.

Die Zeiten scheinbar mühelosen und automatischen Wachstums in MV sind definitiv vorüber. Wolfgang Waldmüller, Verbandspräsident
 

Andere Urlaubsländer wandelten sich schneller. Der internationale Durchbruch lasse auf sich warten, die junge Generation hätte andere Ziele im Sinn, betonte er. Digitalisierung, Internationalisierung, Nachhaltigkeit, Fachkräftesicherung und die Entwicklung ländlicher Räume seien Themen, die die Branche beschäftigen werden.

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Dabei sei es erforderlich, dass alle Beteiligten am gleichen Strang und in die gleiche Richtung ziehen, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph mit Blick auf die notwendigen Veränderungen und verbandsinterne Auseinandersetzungen in der Vergangenheit.

Wenn Emotionen, Entsachlichung und Intransparenz ein erforderliches Bündeln von Ideen und Kräften zumindest erschweren, dann wird wertvolle Zeit verloren. Das ist nicht hinnehmbar. Stefan Rudolph, Wirtschaftsstaatssekretär
 

Eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung des Tourismus komme der Digitalisierung zu, waren sich die Teilnehmer des Verbandstags sicher. Vor diesem Hintergrund erarbeiten alle 16 Bundesländer zusammen mit der Deutschen Zentrale für Tourismus eine sogenannte Open-Data-Strategie. Deren Ziel sei es, Daten von Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen in ganz Deutschland zu standardisieren und sie damit weltweit in unterschiedlichsten Kanälen sichtbar zu machen, erläuterte die Vorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus, Petra Hedorfer, in Rostock.

Erhöhung der Markenpräsenz

Wichtige Wettbewerber wie Österreich, Italien oder Frankreich hätten die Chancen von Open Data bereits erkannt und schon Lösungen entwickelt. Es gehe nun darum, den Tourismusstandort Deutschland auch im internationalen Wettbewerb langfristig zu sichern und die Markenpräsenz des Reiselandes Deutschland zu erhöhen, sagte Hedorfer.

Der Verband dankte Fischer für dessen unermüdliche Arbeit in den vergangenen 25 Jahren für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Er habe die Branche geprägt wie kaum ein Zweiter, sagte Waldmüller. Der 65-Jährige habe an Meilensteinen der Landesgeschichte wie der Tausendjahrfeier oder der Begleitung am G8-Gipfel in Heiligendamm mitgewirkt. Der Tourismusgeschichte habe er zentrale Kapitel mit dem Ausstellungsschiff in den 1990er Jahren, der Partnerland-Rolle Mecklenburg-Vorpommerns bei der Internationalen Tourismusbörse Berlin 2018 oder dem Haus des Tourismus in Rostock hinzugefügt.

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