Neue Lehrer-Ausbildung : Unterrichtsausfall hat weiter zugenommen

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Jede ausgefallene Unterrichtsstunde ist eine zu viel, sagt Bildungsministerin Martin und kündigt Maßnahmen für mehr Lehrkräfte an. Die Lehrergewerkschaft GEW sieht bereits die Qualität der Bildung in MV in Gefahr.

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05. März 2020, 16:00 Uhr

An Mecklenburg-Vorpommerns Schulen hat der Unterrichtsausfall weiter leicht zugenommen. Im Schuljahr 2018/19 fielen 2,5 Prozent des Unterrichts an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen aus, wie das Bildungsministerium am Donnerstag mitteilte. An den Berufsschulen waren es demnach 6,9 Prozent. Am wenigsten von Ausfall betroffen waren Grundschulen mit 0,9 Prozent, gefolgt von Förderschulen (1,4 Prozent) und Gymnasien (2,9 Prozent). Häufiger fiel der Unterricht an Regionalen Schulen (3,6 Prozent) und Gesamtschulen (4,1 Prozent) aus.

Unterrichtsausfall nimmt zu

Seit dem Schuljahr 2015/16 nimmt der Unterrichtsausfall in MV zu. Als ein Grund gilt die große Zahl älterer Lehrkräfte. Im Schuljahr 2015/16 waren an den allgemeinbildenden Schulen 2 Prozent des Unterrichts ausgefallen, an den Berufsschulen 5,9 Prozent.

Eine weitere Kategorie im Bericht zum Stundenausfall und Vertretungsunterricht ist der „regulär erteilte Unterricht“. Dieser betrug im Schuljahr 2018/19 an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen 88,3 Prozent, an den Berufsschulen 86,4 Prozent. Die Differenz bis zu 100 Prozent sind Maßnahmen wie Vertretungsunterricht, Stillarbeit oder die Zusammenlegung von Klassen, um Unterrichtsausfall zu vermeiden.

Auf Ereignisse nicht vorbereitet

Die Lehrergewerkschaft GEW nannte diese Werte alarmierend. „Sie zeigen deutlich die angespannte Lage in den Schulen“, erklärten die beiden Landesvorsitzenden Annett Lindner und Maik Walm. „Es fehlen uns Lehrkräfte, um Ereignisse wie Krankheit, Eltern- oder Familienpflegezeiten oder auch unvorhergesehene Ereignisse ausreichend abzufedern.“ Die Qualität der Bildung sei in Gefahr. Die GEW forderte deshalb Stundenzuweisungen an die Schulen deutlich über der 100-prozentigen Unterrichtsversorgung. „Jede Unterrichtsstunde, die an unseren Schulen ausfällt, ist eine Stunde zu viel“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) und kündigte Maßnahmen an.

Neue Lehrkräfte sollen eingestellt und zusätzliche an den Hochschulen ausgebildet werden. Im Herbst werde das Grundschullehramt an der Universität Greifswald eingeführt, damit mehr Lehrkräfte im Land ausgebildet werden können.

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