Wasserstraßen in Mecklenburg-Vorpommern : Nach Problemen mit den Schleusen bald wieder freie Fahrt

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Der touristisch bedeutsame Wasserweg zwischen Berlin und der Müritz war im Vorjahr komplett gesperrt. Brandenburgs Charterbranche spricht von „Millionenverlusten“. Das soll nicht wieder passieren.

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24. Februar 2020, 05:00 Uhr

Nach den Schleusenproblemen im Vorjahr soll die Wasserstraße zwischen Mecklenburgischer Seenplatte und Berlin 2020 wieder durchgängig befahrbar sein - ab Anfang April. Bis dahin sind die derzeitigen Arbeiten entlang der Müritz-Havel- und der Oberen Havel-Wasserstraße abgeschlossen oder können parallel weiterlaufen, wie Sebastian Dosch vom Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Außerdem werde an einem langfristigen Bauplan gearbeitet, um die vielen alten, sanierungsbedürftigen Wasserbauwerke etappenweise auf den neuesten Stand zu bringen. „Die Vercharterer haben erklärt, dass sie mit langfristig angekündigten Sperrungen leben können“, sagte Dosch. Die Pläne sollen am 2. März auf einer Konferenz mit Nutzern und dem Bundesverkehrsministerium in Oranienburg näher vorgestellt und diskutiert werden.

200 Kilometer lange Umwege - Verluste in Millionenhöhe

Kurzfristige Sperrungen - wie 2019 an der Schleuse Zaaren bei Templin oder wegen Bombenbergungen in Oranienburg - kann die Tourismusbranche dagegen schlecht verkraften. Gastronomie und Charterunternehmen vor allem in Brandenburg beklagten durch die Sperrung in Zaaren Verluste in Millionenhöhe. Skipper mussten bis zu 200 Kilometer lange Umwege über die Elbe und die Müritz-Elde-Wasserstraße in Kauf nehmen. Das soll 2020 auf keinen Fall wieder passieren, sagte Dosch.

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Vor allem die Schleusen Mirow, Canow, Diemitz, Strasen (Mecklenburgische Seenplatte) und Steinhavel bei Fürstenberg gehören mit 20.000 bis 35.000 Wasserfahrzeugen pro Jahr zu den am stärksten touristisch genutzten Wasserbauwerken in Deutschland. So werden derzeit 2,2 Millionen Euro in beide Vorhäfen der Schleuse Canow investiert. Eisen-Rammbauteile sollen das Ufer als Wartestellen für Sportboote länger halten als zuvor verwendete Holzpfähle.

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Bernd Wüstneck/dpa
 

Etwas weiter südlich steht an der Schleuse Steinhavel eine echte Großbaustelle an. Dort hat das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin die Bauvorbereitung begonnen, um Fischaufstiegsanlage, Mühlenwehr und die Schleuse über mehrere Jahre - außerhalb der Hauptsaison - zu erneuern. Insgesamt sollen 25 Millionen Euro investiert werden, über mindestens vier Jahre.

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Bernd Wüstneck/dpa
 

„Als nächste Schleuse wäre eigentlich Strasen baulich dran gewesen“, meinte Dosch. Aber durch die Probleme mit der Schleuse Zaaren sei die drei Millionen Euro teure Erneuerung von Strasen noch einmal ein Jahr aufgeschoben worden. Die Vorjahres-Problemschleuse Zaaren kann zwar schon schleusen, aber die automatische Steuerung wird noch installiert. „Wir sind optimistisch, dass das bis Ostern fertig wird“, sagte der Experte. Auch an einen Schleusenwärter sei bereits gedacht. Und der Wasserstand müsse mitspielen, was im Augenblick der Fall sei.

Gewässer bei tausenden Freizeitskippern beliebt

Dem Eberswalder Amt unterstehen 39 Wasserbauwerke und Schleusen. Das Gebiet reicht vom Norden Berlins bis zur Müritz, wozu auch die Rheinsberger und Neustrelitzer Gewässer gehören. Hier suchen jährlich tausende Urlauber und Freizeitskipper Erholung auf dem Wasser.

Um die vielen baulichen Herausforderungen zu stemmen, brauche das Amt aber auch personelle Unterstützung, sagte Dosch. So seien Bauplanungen sehr umfangreich. Allein bei dem Großprojekt Steinhavel habe die Planung rund zwei Jahre gedauert.

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