Nach A20-Unfall mit zwei Toten : Prozess gegen Fahrer am 9. Dezember

Vor dem gesperrten Teilstück der Ostseeautobahn A20 bei Tribsees hat sich ein Stau gebildet.

Vor dem gesperrten Teilstück der Ostseeautobahn A20 bei Tribsees hat sich ein Stau gebildet.

Dem zur Tatzeit 36-Jährigen aus Dänemark wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

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02. Dezember 2019, 11:17 Uhr

Für einen Auffahrunfall mit zwei Toten bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) muss sich ein Geländewagen-Fahrer am 9. Dezember am Amtsgericht Stralsund verantworten. Dem zur Tatzeit 36-Jährigen aus Dänemark wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, wie ein Sprecher des Amtsgerichtes am Montag sagte. Mit einem Urteil wird am gleichen Tag gerechnet. Der spektakuläre Unfall hatte sich im August 2018 im Rückreiseverkehr auf der Autobahn 20 ereignet, wo sich infolge der Brückenbaustelle ein Stau gebildet hatte.

Mit großer Wucht auf einen Kleinwagen gefahren

Der Beschuldigte war laut Polizei mit großer Wucht auf einen Kleinwagen am Stauende aufgefahren. Die 34-jährige Fahrerin des Kleinwagens und die 31 Jahre alten Beifahrerin - beide aus Rostock - starben. Durch die enorme Wucht des Aufpralls war der Kleinwagen in die Luft geschleudert worden und auf dem Dach liegen geblieben. Drei weitere Autos und ein Motorrad wurden ineinander geschoben. Der Biker, eine junge Autofahrerin, ihr Kind und der 36-Jährige wurden schwer verletzt.

Laut Staatsanwaltschaft hat bei dem Geländewagenfahrer ein „vermeidbarer Reaktionsverzug“ vorgelegen. Er habe auch eingeräumt, zu spät gebremst zu haben. Zum Prozess sind Nebenkläger als Vertreter der Opfer sowie ein technischer Gutachter geladen. Dem Beschuldigten droht eine Freiheitsstrafe, die bei Ersttätern aber auch zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Alkohol und Drogen seien nicht im Spiel gewesen, hieß es. Bei Tribsees bildeten sich zu der Zeit regelmäßig Staus, da es eine Umleitung gab. An der Stelle ist eine Autobahnbrücke aus ungeklärter Ursache im Sumpf versunken.

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