Mobilität im Alter : Senioren in MV bei Unfällen keine Risikogruppe

Mobilität ist gerade im ländlichen Bereich ein hohes Gut, das sich viele möglichst lange erhalten wollen.
Mobilität ist gerade im ländlichen Bereich ein hohes Gut, das sich viele möglichst lange erhalten wollen.

Im Gegensatz zu Älteren sind 18- bis 24-Jährige in der Statistik deutlich überrepräsentiert.

svz.de von
24. März 2019, 20:00 Uhr

Immer mehr Senioren verursachen Verkehrsunfälle – doch laut Innenministerium gelten die über 65-Jährigen nach wie vor nicht als Risikogruppe auf den Straßen. Im Jahr 2017 verursachten 894 Senioren einen Verkehrsunfall, 49 mehr als im Jahr davor. „Bei einem Bevölkerungsanteil von 23,6 Prozent ist diese Altersgruppe am Unfallgeschehen mit einem Verursacheranteil von 18 Prozent jedoch nach wie vor deutlich unterrepräsentiert“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Michael Teich.

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Senioren in MV keine Risikofahrer

Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sei nach wie vor deutlich überrepräsentiert: Ihr Bevölkerungsanteil betrage 5,1 Prozent, von den Unfall-Verursachern stellten sie im Jahr 2017 zwölf Prozent. Senioren seien in MV grundsätzlich keine Risikofahrer, betonte Teich.

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Allerdings sei der Einfluss zunehmenden Alters auf das Fahrverhalten unbestritten. Er nannte Faktoren wie längere Reaktionszeiten, nachlassende Seh- und Hörfähigkeit, Einschränkungen bei der Beweglichkeit sowie den Einfluss von Medikamenten.

Fahreignung durch Fahrverhalten, nicht durch Alter

Dies alles könne zu Einschränkungen beim sicheren Führen eines Fahrzeugs und bei der Teilnahme am Straßenverkehr führen. „Rückschlüsse auf die Fahreignung lassen sich aber nur aus dem konkreten Fahrverhalten des Einzelnen ableiten und nicht allein aufgrund seines Alters.“ In einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern spiele die eigene Mobilität im Alter eine besondere Rolle. „Dies gilt umso mehr in den ländlichen Regionen unseres Landes“, sagte Teich. Um die eigene Mobilität zu erhalten und eventuelle Defizite sicher auszugleichen, empfahl er freiwillige medizinische Untersuchungen, Beratungen und gezielte Trainings. Zu empfehlen sei auch das Bundesprogramm „Mobil bleiben – aber sicher“ der Verkehrswacht.

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Wie viele Menschen im Land ihren Führerschein im Alter abgeben, weil sie sich am Steuer nicht mehr sicher fühlen, wird in Mecklenburg-Vorpommern nicht erhoben.

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