Verkehr : Mit der E-Autofähre nach Usedom - für 50 Millionen Euro

Blick auf den Hafen von Kamminke: Das Fischerdorf liegt am südöstlichsten Zipfel der Insel Usedom

Blick auf den Hafen von Kamminke: Das Fischerdorf liegt am südöstlichsten Zipfel der Insel Usedom

Für rund 50 Millionen Euro könnten hochmoderne Elektrofähren im Jahr etwa 2.000 Autos befördern und das Hinterland am Haff beleben.

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03. Dezember 2018, 14:41 Uhr

Eine neue elektrische Autofähre zwischen Ueckermünde und dem Süden der Insel Usedom könnte in fünf bis acht Jahren fahren und würde rund 50 Millionen Euro kosten. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Harald Arndt als Entwicklungsleiter der  Firma Neptun Ship Design GmbH (Rostock) am Montag in Ueckermünde (Vorpommern-Greifswald) vorstellte. Die Fährverbindung müsse mit Blick auf die aktuellen Klimaziele vor allem energiesparend sein. Die rund 30 000 Euro teure Studie entstand im Auftrag von Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) und der Stadt Ueckermünde. Dahlemann sprach von einem „Leuchtturm-Projekt“ für Vorpommern.

E-Mobilität auf dem Wasser soll Usedom entlasten

Drei aus Stahl und Aluminium gebaute Doppelendfähren, die beidseitig befahren werden können, sollen 210 Passagiere und 25 Autos - das wären jährlich rund 275.000 Fahrzeuge - befördern können. Das wäre rund 3,2 Prozent des Gesamtverkehrs, der über die Insel Usedom rollt und mit etwa 7,7 Millionen Fahrzeugen angegeben wird, heißt es in der Studie. Das sei nicht sehr viel, helfe aber Usedom zu entlasten, sagte Arndt. Mit den Elektrofähren würde man Neuland beschreiten und Impulse für die E-Mobilität auf dem Wasser sorgen.„Wir wollen zahlungskräftiges Klientel von der Insel Usedom runterlocken und die Tourismusregion Ueckermünde am Stettiner Haff beleben“, erläuterte Dahlemann. Einer Prognose zufolge rechnen Verkehrsexperten unter anderem wegen des neuen Tunnels unter der Swine in Polen mit weiterem Verkehrswachstum auf Usedom.

Vom Seebad Ueckermünde, dem touristischen Zentrum am Stettiner Haff, sind es rund 15 Schiffskilometer bis zum Süden Usedoms. Als Anlegepunkt favorisiert die Studie eine Bucht zwei Kilometer südlich von Zirchow, wo bereits der Flughafen Heringsdorf liegt und weiteres Gewerbe angesiedelt werden könnte.

Die Kosten für drei moderne Fähren schätzen die Planer auf 17 Millionen Euro. Sie sollten zwischen März und November auf dem Haff unterwegs sein und würde etwa eine Stunde für eine Fahrt brauchen.

Die höchsten Kosten würden mit etwa 27 Millionen Euro am Südufer Usedoms entstehen, wo es Landschaftsschutzgebiete gibt. Dort müsste ein kurzes Stück des Haffs ausgebaggert werden, um den nötigen Tiefgang zu erreichen. Im Industriehafen Ueckermünde-Berndshof müsste in Kürze ohnehin ein Teil des Hafens erneuert werden.

Die Ostseeinsel Usedom gilt seit Jahrzehnten als Magnet vor allem für Besucher aus Berlin und den anderen ostdeutschen Bundesländern. Viele von ihnen stehen vor allem in der Hauptsaison regelmäßig auf den einzigen beiden Zufahrtstraßen nach Usedom im Stau.

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