Corona-Krise in Mecklenburg-Vorpommern : Metall-Industrie baut Jobs ab

Die Metall- und Elektrobranche in MV fordert unter anderem eine Angleichung der Löhne und der Arbeitszeiten an das Niveau der alten Bundesländer.

Die Metall- und Elektrobranche in MV fordert unter anderem eine Angleichung der Löhne und der Arbeitszeiten an das Niveau der alten Bundesländer.

Etwa 10 Prozent hätten bereits betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen.

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24. Juni 2020, 12:26 Uhr

Der coronabedingte Konjunktureinbruch kostet viele Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Mecklenburg-Vorpommerns den Job. Wie eine Umfrage der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord ergab, gehen aktuell 38 Prozent der befragten Firmen davon aus, dass sie die Corona-Krise nicht ohne Entlassungen bewältigen können. Etwa 10 Prozent hätten bereits betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen, heißt es in einer am Mittwoch in Schwerin verbreiteten Mitteilung. Damit habe sich der Anteil von Mai bis Juni verdreifacht.

In der kommenden Woche werden die neuen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Anders als in den Vorjahren war im Nordosten von April bis Mai die Arbeitslosenzahl gestiegen. Rund 67 600 Menschen waren ohne Arbeit, 2600 mehr als im April und 11 200 mehr als im Mai 2019.

Kurzarbeit in jedem zweiten Unternehmen

Wegen rückläufiger Aufträge habe ein Viertel der Metall- und Elektrobetriebe die Produktion „stark oder sogar sehr stark einschränken“ müssen. In jedem zweiten Unternehmen sei bereits Kurzarbeit angeordnet worden, weitere Firmen planten dies. An der Umfrage beteiligten sich den Angaben zufolge 32 Betriebe mit insgesamt 6700 Mitarbeitern.

Nach Einschätzung von Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch haben Schiff- und Fahrzeugbau sowie Maschinenbauer und Zulieferer in Mecklenburg-Vorpommern die Talsohle der Krise erreicht. „Erstes Anzeichen dafür ist die wieder leicht ansteigende Kapazitätsauslastung“, erklärte der Rostocker Unternehmer. Zuletzt habe sie 72 Prozent betragen.

Nun müsse alles getan werden, um Auftragslage und Marktposition der Industrie im Nordosten zu stärken. Nur so könne verhindert werden, „dass aus Kurzarbeitern im schlechtesten Fall Arbeitslose werden“.

Lambusch begrüßte die Initiative der Landesregierung zur Rettung der Werften im Land.

Julian Bonato, Vorsitzender des flächentariffreien Arbeitgeberverbands AGV Nord, forderte von der Politik Bürokratieabbau, Investitionsanreize und Innovationsförderung. „Die Steuersenkungen helfen vor allem der Konsumgüterindustrie, die exportorientierte M+E-Industrie wird kaum davon profitieren“, beklagte Bonato unter Hinweis auf die ab Juli geltende Verringerung der Mehrwertsteuer.

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