Erneuerbare Energien : Mehr Tempo bei Windkraftnutzung

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Die Windkraft-Nutzung kommt in Mecklenburg-Vorpommern seit drei Jahren nur noch schleppend voran. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich geändert und die Widerstände in der Bevölkerung wachsen. Die Windkraft-Befürworter dringen aber auf eine Trendumkehr.

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13. März 2019, 17:40 Uhr

Der Landesverband Erneuerbare Energien fordert wieder deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Windkraftnutzung in Mecklenburg-Vorpommern. „Die neu installierte Leistung ist in den vergangenen drei Jahren stetig gesunken und hat 2018 mit 127 Megawatt ihren bisher tiefsten Punkt erreicht. Das geplante jährliche Wachstum liegt aber nach dem Energiepolitischen Konzept bei 300 Megawatt“, sagte der Verbandsvorsitzende Johann-Georg am Mittwoch in Schwerin.

Energiewende zur Chefsache machen

Das Land hinke somit immer weiter hinter den selbst gesteckten Zielen hinterher. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) müsse daher Klimaschutz und Energiewende endlich zur Chefsache machen.

In ihrer am Dienstag vorgestellten Halbzeitbilanz bezeichnete die von Schwesig geführte Regierung Mecklenburg-Vorpommern weiterhin als einen „Vorreiter bei der Energiewende“. Auf den zuletzt geringen Zuwachs an Windenergieanlagen angesprochen, verwies Schwesig auf den Bau großer Offshore-Anlagen vor der Küste Rügens. Dort werde zu Ostern der nächste Windpark offiziell in Betrieb genommen.

Zu wenig neue Eignungsgebiete für Windräder

Jäger beklagte die nur schleppende Ausweisung neuer Eignungsgebiete an Land. „Während andere Bundesländer bereits bis zu 2 Prozent ihrer Fläche als Windeignungsgebiete ausgewiesen haben, liegt dieser Wert in Mecklenburg-Vorpommern bei nur 0,6 Prozent“, konstatierte der frühere Grünen-Politiker. Bis zum Jahr 2025 müsse der Flächenanteil im Nordosten auf mindestens 1,2 Prozent verdoppelt werden, um den Ersatz von Atom- und Kohlestrom sicherstellen zu können. Bis 2040 sollen es laut Jäger dann 2 Prozent sein.

Allerdings formiert sich in vielen Regionen des Landes Widerstand gegen die Errichtung neuer, meist auch größerer Windanlagen, was die Planungen zum Teil verzögert. Kritiker führen neben Schlagschatten und Geräuschbelastungen auch hohe Stromkosten als Argumente an. Neben den allgemeinen Umlagen für Ökostrom sorgen insbesondere erhöhte Netzkosten für überdurchschnittlich hohe Strompreise im Nordosten.

Hälfte des Stroms aus Windkraft gewonnen

Der Bau von Windparks, Solar- und Biogasanlagen führte dazu, dass Mecklenburg-Vorpommern inzwischen doppelt so viel Strom erzeugt wie im Land verbraucht wird. Im Jahr 2017 stammten laut Statistikamt rund 72 Prozent des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. In Mecklenburg-Vorpommern drehen sich derzeit knapp 2000 Windräder. Sie sorgen fast für die Hälfte der Stromproduktion im Nordosten.

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