Nur keine Panik : Vierte bestätigte Corona-Infektion in MV

Ein Husky wartet auf einer Liege auf den Start beim nördlichsten Schlittenhunderennen Deutschlands, den 'Baltic Lights' auf der Insel Usedom.

Ein Husky wartet auf einer Liege auf den Start beim nördlichsten Schlittenhunderennen Deutschlands, den "Baltic Lights" auf der Insel Usedom.

Die Zahl der Infektionen mit dem Covid-19-Virus wird nach Ansicht von Experten weiter steigen, dennoch sehen sie keine zusätzlichen Gründe zur Beunruhigung und raten zum Händewaschen. Das Husky-Rennen mit zehntausenden Zuschauern auf Usedom soll stattfinden.

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04. März 2020, 15:52 Uhr

Nach einem Italien-Urlaub ist bei einem 52-Jährigen aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden. Damit sind in Mecklenburg-Vorpommern vier Covid-19-Infektionen bestätigt, wie das Gesundheitsministerium und das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Mittwoch mitteilten. Demnach ist der Mann in den vergangenen Tagen aus Südtirol zurückgekehrt und entwickelte Symptome von Covid-19. Der Patient befinde sich in häuslicher Isolierung, ebenso die ermittelten Kontaktpersonen. Angaben zum Wohnort des Covid-19-Infizierten machten die Behörden nicht.

Experten sehen keine Gründe zur Beunruhigung

Trotz der nunmehr vier nachgewiesenen Fälle einer Infektion mit den neuartigen Coronaviren im Land gibt es aus Expertensicht für die Bevölkerung keine zusätzlichen Gründe zur Beunruhigung. Das treffe auch zu, wenn die Zahl der Infizierten steige, sagte der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger, der Deutschen Presse-Agentur. Davon sei mit Sicherheit auszugehen. Die Zusammenarbeit der Ministerien, Ämter und Medizin klappe klaglos, sagte er. Es werde konstruktiv und schnell an Lösungen für die Dinge gearbeitet, die kommen.

 

Am Strand von Heringsdorf auf Usedom gehen unterdessen die Vorbereitungen auf das Schlittenhunderennen mit rund 60 000 Zuschauern am Wochenende weiter. Es ist das besucherstärkste Event in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden Tagen. Aus Sicht des Landkreises Vorpommern-Greifswald gibt es derzeit keinen Grund, das Husky-Rennen zwischen Heringsdorf und Ahlbeck wegen des Covid-19-Virus abzusagen. „Wir orientieren uns an den Kriterien des Robert-Koch-Instituts für Großveranstaltungen“, sagte ein Kreissprecher.

Ein Husky wartet auf einer Liege auf den Start beim nördlichsten Schlittenhunderennen Deutschlands, den 'Baltic Lights' auf der Insel Usedom.
Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Husky wartet auf einer Liege auf den Start beim nördlichsten Schlittenhunderennen Deutschlands, den "Baltic Lights" auf der Insel Usedom.

 

Im Landkreis gebe es derzeit zwei Coronafälle, die Betroffenen seien in Greifswald isoliert. Weitere Fälle seien nicht bekannt. Am Mittwoch war bereits die Arena aufgebaut und die Wettkampfstrecke präpariert. Das internationale Musher-Lager mit den Huskies war bereits zur Hälfte gefüllt. Der Kreissprecher verwies darauf, dass es sich um eine Veranstaltung im Freien handele. Das sei etwas anderes als etwa Tanzveranstaltungen, wo es zu engem Körperkontakt komme. An diesem Wochenende sind wegen des Internationalen Frauentags am 8. März im ganzen Land zahlreiche zusätzliche Tanzveranstaltungen geplant.

Vorsichtige Entwarnung

Entwarnung gab der Greifswalder Hygienefacharzt Günter Kampf angesichts von Befürchtungen, das Virus könne über Geldscheine übertragen werden. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr gering. Zwar finde man im unbelebten Umfeld von Covid-19-infizierten Personen Viren, etwa auf der Kleidung, auf Brillen und auch Geldscheinen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Aber: „Ob das Material noch infektiös ist, weiß man nicht. Ob die Menge ausreicht, um über die Hände auf die Nasenschleimhaut übertragen zu werden und eine Infektion auszulösen, weiß man nicht.“ Ebenso unwahrscheinlich sei es, dass Viren beim Streicheln des Fells von Hunden und Katzen übertragen werden. „Theoretisch ja, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert, geht gegen Null“, sagte Kampf.

Er verwies darauf, dass der wichtigste Übertragungsweg der durch Tröpfchen ist, die beim Niesen, Husten oder Sprechen entstehen. Das häufige gründliche Händewaschen mit Seife reduziere das Risiko schon deutlich. Beim Aufenthalt in öffentlichen Räumen, wo man sich die Hände an Türen, Handläufen oder Einkaufswagen kontaminieren könne, sollte man das Berühren der Nasenschleimhäute und das Reiben der Augen vermeiden. „Das Virus will in die Atemwege“, erläuterte Kampf. Zu Hause sollten als erstes die Hände gründlich gewaschen werden.

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