Lehrergewinnung für MV : Land stellt 87 weitere Referendare ein

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Gut 700 neue Lehrer benötigt Mecklenburg-Vorpommern pro Jahr, um seinen Bedarf an Pädagogen zu decken. Statt zwei Mal stellt das Land inzwischen vier Mal jährlich Referendare ein.

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14. April 2020, 14:31 Uhr

Ungeachtet der aktuellen Schulschließungen hat Mecklenburg-Vorpommern zum 1. April weitere Referendare eingestellt, um den Lehrerbedarf des Landes langfristig zu sichern. Wie das Bildungsministerium am Dienstag in Schwerin mitteilte, traten zum Monatsbeginn 87 Lehramtsstudenten in den Schuldienst des Landes.

Die Umstände für den Beginn der praktischen Ausbildung seien zwar alles andere als wünschenswert, dennoch sei es wichtig, dass Referendare ihren Vorbereitungsdienst antreten können, betonte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). So hätten sie die Möglichkeit, Webseminare zu absolvieren oder nach den Osterferien Lehrkräfte bei der Notfallbetreuung zu unterstützen.

770 Referendare an Schulen

Das Land stellt vier Mal im Jahr Referendare ein. Mit den jüngsten Neueinstellungen bilde das Land nun insgesamt 770 Referendarinnen und Referendare an den Schulen aus. Das seien so viele wie noch nie, hieß es in der Mitteilung. Im Vorjahr waren insgesamt - zum Teil wiederholt - 1057 Stellen ausgeschrieben worden, von denen aber nur etwa die Hälfte hatte besetzt werden können.

Nach Angaben Martins muss das Land jährlich etwa 700 Lehrer einstellen, um altersbedingt ausscheidende Kollegen zu ersetzen oder Zusatzbedarf zu decken. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 12 000 Lehrer tätig, 60 Prozent davon sind älter als 50 Jahre. Martin sicherte den künftigen Lehrern nach erfolgreicher Praxiszeit die Übernahme zu.

An unseren Schulen ist nach Abschluss des Referendariats ein nahtloser Berufseinstieg möglich. Die Karrierechancen sind sehr gut, weil wir einen großen Lehrkräftebedarf haben. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD)
 

Die neuen Referendare hatten ihre Ernennungsurkunden und Ausbildungsverträge per Einschreiben erhalten, weil die übliche Begrüßungsfeier den Kontaktverboten im Zuge der Corona-Krise zum Opfer fiel. Das Land habe zudem die Nachreichfristen für Abschlusszeugnisse ausgeweitet, weil nicht alle Bewerber durch die Unterbrechung des Hochschulbetriebs ein Zeugnis vorlegen konnten.

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