Mecklenburg-Vorpommern : Zu wenig Milch in Milcheis

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Behörde beanstandet jede achte Lebensmittelprobe.

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28. Juni 2019, 20:00 Uhr

Etwa jede achte von knapp 7600 Lebensmittelproben ist im vergangenen Jahr vom zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) beanstandet worden. Mit 11,9 Prozent war der Anteil etwas geringer als 2017, als 12,9 Prozent der Proben bemängelt worden waren. Das geht aus dem Verbraucherschutzbericht 2018 des Amtes hervor, der am Freitag in Rostock vorgestellt wurde.

In mehr als zwei Drittel der Fälle (68,1 Prozent) bezog sich die Kritik auf Abweichungen bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Produkte. „Dazu gehörten insbesondere irreführende oder nicht vorschriftsgemäße Angaben und Auslobungen, unzulässige gesundheitsbezogene Angaben, fehlende Angaben zu Zusatzstoffen, allergenen Inhaltsstoffen, Zutaten sowie Nährwerten.“

Mikrobiologische Verunreinigungen

Nahezu jede fünfte Beanstandung (18,8 Prozent) war auf mikrobiologische Verunreinigungen zurückzuführen, etwa mit Salmonellen oder Listerien oder Bakterien, die auf eine mangelhafte Hygiene bei den Anbietern hinwiesen.

7,5 Prozent der Beanstandungen ergingen wegen unkorrekter Angaben zu Inhaltsstoffen oder eine unzulässige Verwendung von Zusatzstoffen. Als Beispiele nannten die Experten einen zu geringen Milchanteil in Milcheis, einen zu geringen Butteranteil in entsprechend ausgelobten Erzeugnissen oder Überschreitungen von Höchstmengen an Saccharin, Glutaminsäure oder Konservierungsmitteln.

Fremdwasser in tiefgefrorenen Muscheln

Auch fanden die Verbraucherschützer zu viel Fremdwasser in tiefgefrorenen Muscheln. Neun der 16 untersuchten Muschel-Proben (64,3 Prozent) seien beanstandet worden, sagte Frerk Feldhusen, Leiter des Lallf. Die Meeresfrüchte enthielten durchschnittlich 40 Prozent Fremdwasser, das Maximum lag bei 49 Prozent. Das bedeute, dass Verbraucher zu einem guten Teil Wasser so teuer wie Muschelfleisch einkauften, sagte Feldhusen

Ein Programm widmete sich zuletzt dem Kleinen Fuchsbandwurm. Von Mitte 2017 bis Ende 2018 untersuchten die Experten dem Bericht zufolge 93 Füchse, vier Marderhunde, einen Waschbären und einen Marder. Die meisten dieser Tiere seien im Rahmen der Tollwutüberwachung eingesandt worden, hieß es. Der Nachweis des Kleinen Fuchsbandwurmes erfolgte bei elf der 93 Füchse, was einem Anteil von 11,8 Prozent entspricht. 2011 seien es noch 26,3 Prozent gewesen, wobei mit 490 Füchsen auch deutlich mehr untersucht worden waren.

Hochwertiges Kartoffelpflanzgut und exzellente Speisekartoffeln

Grund für den Rückgang der Proben sei eine Änderung des Tollwut-Erlasses, wonach jetzt nur noch verendete, kranke, auffällige und verunfallte Tiere zur Tollwutdiagnostik eingeschickt werden müssten. Eine potenzielle Gefahr einer Infektion des Menschen bestehe gerade da, wo Füchse in unmittelbarer Nähe des Menschen vorkommen und ihren Kot beispielsweise auf Spielplätzen, Schulhöfen oder in Gartenanlagen absetzen.

Infizieren kann sich der Mensch den Angaben zufolge, wenn er Früchte, Beeren oder Pilze isst, an denen Eier des Fuchsbandwurms haften, die aus dem Kot befallener Füchse oder Marderhunde stammen. „Daher sollte die Aufnahme derartiger roher Waldfrüchte aus Bodennähe vermieden werden“, empfahlen die Experten des Landesamtes.

Eine gute Nachricht für Landwirte und Verbraucher ist nach Angaben des Landesamtes, dass in MV derzeit ohne Einschränkung weiter hochwertiges Kartoffelpflanzgut und exzellente Speisekartoffeln produziert werden können. Die 2018 gefundenen, leeren Dauerkörper des Kartoffelkrebses waren alt und nicht mehr infektiös.

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