Mecklenburg-Vorpommern : Universitäten nicht auf kommende Probleme in der Justiz vorbereitet

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22. Januar 2019, 16:11 Uhr

Die juristischen Fakultäten an den Universitäten Greifswald und Rostock sind nach Ansicht der Linksfraktion im Landtag nicht ausreichend ausgestattet, um den künftigen Bedarf an Juristen im Land zu decken. Sowohl in Greifswald als auch in Rostock sei die personelle Ausstattung zu gering, sagte die rechtspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, am Dienstag nach einem Besuch der Fakultäten. Deutlich weniger als zwei wissenschaftliche Mitarbeiter pro Lehrstuhl reichten nicht aus. Die Zahl der Mitarbeiter und das daraus resultierende Angebot an Lehrveranstaltungen lägen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Justiz steht vor einer Pensionierungswelle

Ähnlich sehe es bei der sachlichen Ausstattung aus. Beide Fakultäten verfügten über keine hauseigenen Bibliotheken, sondern seien in die Hauptbibliotheken eingegliedert. Zudem sei der Bestand an juristischer Literatur so gering, dass Bernhardt eine vernünftige Ausbildung gefährdet sieht. Wenn das Land eine zukunftsfähige Justiz mit ausreichend Personal wolle, müsse bei der Ausbildung angesetzt werden. „Das schließt auch mit ein zu prüfen, inwieweit in Rostock wieder das Jurastudium mit dem Ziel Staatsexamen angeboten werden kann“, sagte die Linkspolitikerin.

Nach Angaben der Linksfraktion steht die Justiz im Land vor einer Pensionierungswelle. Zwei Drittel aller Richter und Staatsanwälte gehen demnach in den kommenden Jahren in den Ruhestand, 2031 zum Beispiel 55 Richter und Staatsanwälte. Dem stünden jährlich im Schnitt acht Absolventen des zweiten Staatsexamens gegenüber, die die Zugangsvoraussetzung für den höheren Dienst in der Justiz erfüllen.

Weiterlesen: Justiz in MV: Gerichtsreform: Top oder Flop?

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