Mecklenburg-Vorpommern : Polizei zieht in Corona-Zeit positive Bilanz der Ostertage

Die Rostocker Polizei kontrollierte über die Osterfeiertage von Donnerstag bis Sonntag über 2000 Fahrzeuge auf dem weg nach Warnemünde.
Die Rostocker Polizei kontrollierte über die Osterfeiertage von Donnerstag bis Sonntag über 2000 Fahrzeuge auf dem weg nach Warnemünde.

Sie überprüften Tausende Autos und schickten viele Menschen nach Hause: Trotzdem ist die Polizei in MV zufrieden mit dem Verlauf des Osterwochenendes. Für die Maßnahmen habe es viel Verständnis gegeben.

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13. April 2020, 19:08 Uhr

Grillen in einer größeren Gruppe oder Streit wegen der Einlass-Regeln in Supermärkten: Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern ist am Osterwochenende zu mehreren Hundert Einsätzen wegen der Corona-Pandemie gerufen worden. Doch insgesamt zogen die Polizeipräsidien eine positive Bilanz.

Meist hätten Polizisten bei den Kontrollen viel Verständnis für die Maßnahmen bekommen, wie das Polizeipräsidium Rostock mitteilte.

Danksagungen für Polizeieinsatz

Einige Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern bedankten sich demnach sogar bei den Polizisten an den Kontrollstellen für ihren Einsatz. Die Kontrollen hätten gezeigt, dass sich die Bevölkerung größtenteils an die Verordnung und die daraus resultierenden Regeln gehalten habe, hieß es auch beim Polizeipräsidium Neubrandenburg.

Die Beamten des Polizeipräsidiums Rostock nahmen mehr als 70 Ordnungswidrigkeiten sowie Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz auf. Es sei dabei meist um Verstöße gegen das Einreise- oder Kontaktverbot gegangen. Von Karfreitag bis einschließlich Ostersonntag wurden 8168 Wagen überprüft. 708 Fahrzeuge und 1060 Menschen wurden laut Polizei zurückgeschickt.

Ferner hätten die Beamten bei mobilen Kontrollen weitere 200 Autos kontrolliert und davon vier Fahrzeuge sowie 13 Menschen zurückgeschickt.

Inselzufahrten und Hauptrouten kontrolliert

Mecklenburg-Vorpommern hatte bereits Mitte März touristische Reisen ins Land verboten, um die Einschleppung der vor allem für Ältere oft folgenschweren Virus-Erkrankung zu verhindern und das heimische Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu schützen.

Die Beamten des Polizeipräsidiums Neubrandenburg kontrollierten in den Landkreisen Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte Autos an den Hauptzufahrtsstraßen nach Mecklenburg-Vorpommern sowie an den Inselzufahrten. 273 der 4345 überprüften Wagen wurden demnach abgewiesen, weil ihre Passagiere sich unberechtigt im Bundesland aufhielten. Bei mobilen Kontrollen wurde die Polizei den Angaben zufolge zudem auf 87 Menschen aufmerksam, die nicht in Mecklenburg-Vorpommern hätten sein dürfen.

Weiterlesen: Kurtaxe fehlt in Tourismus-Hotspots

Unterdessen stieg die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern bis Ostermontag (Stand 16.00 Uhr) um einen weiteren Fall auf insgesamt 617. Die Zahl der Toten liegt weiterhin bei elf, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) und das Gesundheitsministerium am Montag mitteilten. Landesweit werden weiterhin 88 Menschen in Kliniken behandelt. 15 von ihnen liegen auf einer Intensivstation.

Lockerung mit weiteren Schutzmaßnahmen denkbar

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig befeuerte die Diskussion um eine Atemmaskenpflicht in der Bevölkerung. „Wir werden das öffentliche Leben nur schrittweise hochfahren können. Dazu brauchen wir zusätzliche Maßnahmen wie einen Mundschutz für alle“, sagte die 45 Jahre alte SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“. Darüber soll am Mittwoch beraten werden, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten in einer Videoschalte konferiert.

Widerstand regt sich in der Opposition des Landes. „Es ist unredlich, Mundschutz für alle zu fordern, wenn Masken und Schutzkleidung für Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger Mangelware sind“, sagte Simone Oldenburg, Vorsitzende der Fraktion Die Linke am Ostersonntag. Erst wenn der „unhaltbare Zustand der medizinischen Unterversorgung beseitigt ist und Schutzmasken wieder in Apotheken erhältlich sind, kann Frau Schwesig die Einwohnerinnen und Einwohner verpflichten, Mundschutz zu tragen“, betonte Oldenburg.

Überwiegend ohne Mundschutz waren die wenigen Ausflügler am Ostersonntag im Land unterwegs. Trotz Sonne satt ging es übersichtlich zu in Mecklenburg-Vorpommern. Es hatte zwar die Erlaubnis gegeben, sich an den Osterfeiertagen im Land unter Einhaltung der Sicherheitsregeln zu bewegen, doch es herrschte weitgehend Ruhe auf Straßen und an der Küste zwischen Boltenhagen und Ahlbeck. Die Menschen zogen es wegen der Corona-Pandemie zumeist vor, zu Hause zu bleiben.„Ostern ohne Familienbesuche, ohne Ausflüge, ohne Cafés und Treffen mit Freunden - das fällt uns allen sehr schwer“, hatte Ministerpräsidentin Schwesig in ihrer Osteransprache betont und ergänzt: „Danke für Ihre Geduld!“

Einnahmen aus Tourismus fehlen

Durch das Ausbleiben von Touristen fehlen in touristischen Hotspots in Mecklenburg-Vorpommern die Einnahmen aus der Kurtaxe. „Daran hängt eine ganze Kette von weiteren Folgen. Wenn die Kurtaxe nicht kommt, kann die Kurverwaltung nicht handeln. Das bringt Unternehmen, die mit ihr kooperieren, auch in eine schwierige Lage“, sagte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In den Kurverwaltungen gelte es nun, Kosten zu reduzieren. Zahlreiche Mitarbeiter seien in Kurzarbeit.

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