Mecklenburg-Vorpommern : Millionen für Straßenbau: Zweite A19-Brücke wird erst später fertig

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In die Straßen und Brücken im Nordosten fließen derzeit wieder Millionensummen. Das ist auch dringend nötig, vor allem, wenn man die Nadelöhre der Autobahnen 19 bei Malchow und der A20 bei Tribsees betrachtet.

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30. Juli 2019, 20:00 Uhr

Der millionenschwere Neubau der zweiten Autobahn-19-Brücke bei Malchow - eines der größten Straßenbauprojekte im Nordosten - dauert noch länger als geplant. Wie Michael Zarth als Sprecher der Planungsgesellschaft Deges am Dienstag erklärte, wird die östliche Petersdorfer Brücke nicht im Juli 2020, wie zuletzt avisiert, sondern nach der Hauptsaison «im Spätsommer 2020» fertig werden. «Das ist aber unkritisch, weil der Verkehr über die erste Teilbrücke ja vierspurig läuft», sagte der Deges-Sprecher anlässlich des Besuchs von LandesVerkehrsminister Christian Pegel (SPD) auf der Baustelle.

Weiterlesen: A19: Ein Nadelöhr weniger

Die westliche Teilbrücke war nach drei Jahren Bauzeit im Juli 2018 fertiggestellt worden. Die A19 gilt als Hauptzufahrt aus Berlin, Ostdeutschland und Bayern zur MV-Ostseeküste. Von 2015 bis 2018 hatte es an der Baustelle am Petersdorfer See jahrelang vermehrt Staus und Unfälle gegeben, da nur eine Spur pro Fahrtrichtung zur Verfügung stand und es wegen Platzmangel keine Abgrenzung gab. Die gesamte Sanierung der Anschlussstelle Waren, zu der die maroden Brücken gehörten, dauert bereits ein Jahr länger als geplant und wird rund 62 Millionen Euro kosten.

Diesmal keine Probleme bei Bohrungen

«Die ersten Stahlteile für die neue östliche Brücke sind bereits da», sagte Zarth. Sie würden an Land verschweißt und 2020 als Großsegmente «eingeschwommen». «Das soll aus Sicherheitsgründen aber nicht im Winter, sondern erst im zweiten Quartal 2020 passieren», erläuterte Zarth das spätere Bauende. Mit Fundamenten und dem Bau der Stützen im sandigen Untergrund des Sees sei man diesmal gut zurechtgekommen. Beim Bau der ersten Teilbrücke hatte es große Probleme bei den bis zu 50 Meter tiefen Bohrungen gegeben.

Insgesamt investieren Bund und Land 2019 mehr als 250 Millionen Euro in Bau und Erhaltung von Straßen und Radwegen im Nordosten. Den Löwenanteil steuert dabei der Bund bei, der laut Pegel rund 194 Millionen Euro bereitstellt, 10 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Das Land setze 60 Millionen Euro für den Straßenbau ein und damit knapp 7 Millionen mehr als 2018. Kritiker halten die Summen angesichts bestehender Defizite im Straßennetz und wachsender Baukosten trotz der jüngsten Zuwächse für zu gering.

Auch A20 große Herausforderung

Neben der A19-Brücke gilt die Instandsetzung des abgesackten A20-Abschnitts bei Tribsees zu den größten Herausforderungen. Bedeutsame Projekte seien zudem der Weiterbau der Ortsumgehung bei Neubrandenburg und die Verbreiterung der südöstlichen Ausfallstraße B321 in Schwerin, die auch als wichtiger Autobahnzubringer zur A14 fungiert. Pegel zeigte sich nach Besuchen auf der A19 und in Neubrandenburg mit dem Bauverlauf zufrieden. Geld fließt auch in Radwege entlang von Landesstraßen, wie etwa zwischen Trent und Schaprode auf Rügen.

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Bernd Wüstneck/dpa
 

Seit 1990 wurden nach Angaben des Verkehrsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern etwa 30 Umgehungsstraßen sowie neue Ortsanbindungen und Tangenten gebaut. Die Kosten allein dafür beliefen sich auf rund 800 Millionen Euro. Der Neubau der beiden Autobahnen A20 und A14 ging in die Milliarden. Gut 20 Ortsumgehungen wurden in den neuen Bundesverkehrswegeplan als vordringlich aufgenommen, darunter für Wolgast, Parchim und Mirow, wo auf die Baustarts gewartet wird. Die Investitionskosten sind mit 316 Millionen Euro beziffert worden. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hatte zu Jahresbeginn eine Expertengruppe eingesetzt, mit deren Hilfe die Planungen für Großprojekte beschleunigt werden sollen.

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