Mecklenburg-Vorpommern : Arbeitslosigkeit auf niedrigsten Stand seit Wiedervereinigung

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Der Sommer macht es möglich: Die Zahl der Erwerbslosen ist im Juni auf einen Tiefststand gefallen. Doch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht noch Ausbaupotenzial.

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01. Juli 2019, 14:38 Uhr

Dank des verstärkten Bedarfs an Arbeitskräften in der beginnenden touristischen Hochsaison ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni in Mecklenburg-Vorpommern weiter zurückgegangen. Wie die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, am Montag berichtete, waren Ende Juni 54 900 Menschen arbeitslos gemeldet. „Die niedrigste Arbeitslosenzahl überhaupt seit der Wiedervereinigung.“

Dies waren 6200 Arbeitslose weniger als Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag mit 6,7 Prozent um 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 7,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Erwerbslosen um 1500. Die niedrigste Quote gebe es mit 4,9 Prozent im Landkreis Rostock, die höchste in der Mecklenburgischen Seenplatte mit 8,2 Prozent.

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Ratschläge und Unterstützung im Arbeitsalltag

Es sei erfreulich, dass alle Alters- und Personengruppen von der robusten wirtschaftlichen Lage profitieren, sagte Haupt-Koopmann. Dies gelte für die unter 25- oder über 55-Jährigen, Ausländer, Schwerbehinderte oder Langzeitarbeitslose. Gleichzeitig sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 4600 gestiegen.

„Der Arbeitsmarkt ist kräftig in Bewegung. Die Nachfrage nach Jobs ist deutlich vorhanden“, kommentierte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) die „insgesamt sehr gute“ Entwicklung. Er mahnte jedoch an, dass angesichts der anstehenden Herausforderungen das Fachkräftepotenzial noch besser ausgeschöpft werden muss. So gelte es, die Erfahrungen der älteren Generation noch stärker einzubinden. Die Älteren verfügten oft über einen enormen Erfahrungsschatz. Ihre Ratschläge und Unterstützung seien für den Arbeitsalltag besonders wertvoll.

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Generationswechsel biete eine Vielzahl von Chancen

„Viele haben als Mitarbeiter oder auch als Chefs von Firmen im Laufe der Zeit Verantwortung übernommen.“ Er verwies dabei insbesondere auf die hohe Zahl von etwa 10 000 Unternehmen, bei denen bis 2025 aus Altersgründen eine Übergabe ansteht. Der Generationswechsel biete eine Vielzahl von Chancen für die heimische Wirtschaft. „Ein Vorteil ist, erfahrene Mitarbeiter an der Seite zu haben. Risiken werden minimiert“, betonte Glawe.

Haupt-Koopmann lenkte zudem den Blick auf die Entwicklung am Ausbildungsmarkt. „Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Beginn des Ausbildungsjahres.“ Die Zahlen zeigten: „Wir brauchen jeden Jugendlichen. Besonders im Einzelhandel, im Handwerk und im Hotel- und Gastgewerbe sind noch Ausbildungsplätze unbesetzt.“ Sie forderte diejenigen auf, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sich bei der Berufsberatung zu melden.

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