Bildung in Mecklenburg-Vorpommern : Martin will täglichen Regelunterricht für alle Schüler zum Schulstart

 
 

Die bevorstehende Ferienzeit soll in diesem Zusammenhang sinnvoll genutzt werden. Freiwillige Virentests spielen dabei eine Rolle.

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12. Juni 2020, 10:56 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern will Anfang August wieder zu einem weitgehend normalen Schulalltag zurückkehren. „Ich sage es hier ganz klar: Wir werden nach den Sommerferien, also am 3. August, mit einem verlässlichen, täglichen Regelunterricht für alle Schülerinnen und Schüler in das neue Schuljahr starten“, versicherte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Freitag im Landtag in Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern startet am 22. Juni als erstes Bundesland in die Ferien und nimmt als erstes auch wieder den Unterricht auf.

Aufstellen von wirksamen Hygieneplänen

Die bevorstehende Ferienzeit werde genutzt, um mit Experten wirksame Hygienepläne aufzustellen und Szenarien zu entwickeln, wie auf ein lokales Aufflammen der Corona-Pandemie reagiert werden solle. „Wenn wir in Bergen auf Rügen ein erhöhtes Infektionsgeschehen haben, dann muss ich nicht die Schulen in Grabow schließen“, machte Martin deutlich. Eine flächendeckende Schließung der Schulen - wie zu Beginn der Corona-Krise Mitte März - gelte es zu verhindern. Freiwillige Virentests würden in die Überlegungen einbezogen. Die Gesundheit von Schülern und Lehrern gehe aber immer vor.„Kinder haben ein Recht auf Bildung und Teilhabe. Wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, damit sie dieses Recht einlösen können“, betonte Martin unter Hinweis auf die wochenlange Zwangsschließung der Schule und den derzeit nur eingeschränkten Unterricht. Die Abstandsregelung von 1,5 Meter soll mit Schulbeginn an den Schulen ausgesetzt werden, um regulären Unterricht zu ermöglichen. Daher sei die strenge Einhaltung der Hygienekonzepte besonders wichtig.

In den Ferien sollen laut Martin Nachhilfe-Kurse angeboten werden, an Schulen, aber auch durch Bildungsträger. Für private Nachhilfe stellt das Land laut Martin eine Million Euro bereit. Zudem gebe es kostenlose Schwimmkurse, um den seit März ausgefallenen Schwimmunterricht zumindest teilweise nachholen zu können.

Kritik kam erneut von der Opposition

Die Linke warf der SPD/CDU-Koalition vor, durch eine unzureichende personelle und materielle Ausstattung der Schulen mit dafür gesorgt zu haben, dass die Corona-Krise die Bildung nahezu lahm habe legen können. So fehle es an Lehrern und an Computertechnik etwa für den Unterricht zu Hause, sagte Fraktionschefin Simone Oldenburg. Das habe vor allem Kindern aus bedürftigen Familien erhebliche Nachteile gebracht. Zudem zog Oldenburg in Zweifel, dass mit dem vorgesehenen Schichtbetrieb in Schulen und dem Wechsel von Präsenz- und Heimunterricht der Regelbetrieb zurückkehrt. „Das ist alles kein verlässlicher Unterricht“, konstatierte sie.

Nach Ansicht des AfD-Abgeordneten Jörg Kröger hätten Schulen in Regionen ohne größeres Infektionsgeschehen längst wieder zum Schulalltag zurückkehren können. „Warum müssen Schulen, in deren Einzugsbereich es keine Pandemie-Fälle gibt, genau so behandelt werden wie Schulen, in deren Einzugsbereichen es Infektionsgeschehen gibt“, fragte Kröger. Die Landesregierung habe zu lange in der Deckung verharrt und gewartet, was kommt.

Der CDU-Abgeordnete Bernhard Wildt hingegen warnte vor Sorglosigkeit als Reaktion auf die anhaltend geringen Infektionszahlen im Nordosten. Mit der Öffnung Mecklenburg-Vorpommerns für Touristen nun zu Beginn der Hauptsaison wachse die Gefahr, dass das Coronavirus erneut eingeschleppt werde. „Wir wollen keine waghalsigen Wetten auf die Gesundheit unserer Kinder eingehen. Die Gesundheit steht im Vordergrund“, betonte Wildt.

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