Trink- und Abwasser : MV spart am Wasser

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Verbrauch hierzulande 13 Prozent unter deutschem Schnitt

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25. März 2019, 16:10 Uhr

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sparen überdurchschnittlich beim Trinkwasser. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in den Haushalten belaufe sich auf rund 105 Liter je Tag. Damit würden 13 Prozent weniger verbraucht als im Bundesdurchschnitt, teilte das Umweltministerium in Schwerin mit. Der Jahresverbrauch stagniere seit 1998 auf niedrigem Niveau.

Höherer Wasserverbrauch in Ferienorten

Dabei sind die regionalen Unterschiede dem Ministerium zufolge groß. In vielen Regionen liege der Trinkwasserverbrauch unter 85 Litern am Tag. In ländlichen Gegenden, so vermuten die Experten, würden wohl auch Hausbrunnen genutzt. In den Ferienregionen sei der Verbrauch deutlich höher und betrage teilweise 120 Liter je Einwohner und Tag. Grund sei die vielerorts hohe Zahl an Gäste-Übernachtungen.

Allerdings würden die größeren Mengen nur in der Saison benötigt, was die Trinkwasser-Versorger vor Herausforderungen stelle.

Wassersparen hat auch Nachteile

Das Wassersparen hat dem Ministerium zufolge auch Nachteile. „Um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung mit qualitativ einwandfreiem Trinkwasser sicherzustellen, sind der Aufbau und die Unterhaltung von komplexen Infrastrukturen erforderlich, die als Fixkosten bei den Wasserversorgungsunternehmen anfallen“, heißt es in einem Bericht des Ministeriums. Diese betrügen etwa 75 Prozent der Gesamtkosten und müssten von allen Verbrauchern finanziert werden. „Lediglich 25 Prozent der Versorgungskosten hängen vom tatsächlichen Trinkwasserverbrauch ab.“ Und die Wasserwerke geben die Fixkosten an die Verbraucher weiter.

Im Notfall nur 15 Liter pro Person

Im Notfall - wenn die öffentliche Trinkwasserversorgung etwa aufgrund von Sabotage, eines Terroraktes oder einer Naturkatastrophe ausfällt - sind pro Tag und Person nur 15 Liter vorgesehen, wie aus einem Bericht des Ministeriums hervorgeht. Das seien vier Liter zum Essen und Trinken, fünf Liter für die Körperpflege, vier Liter zum Waschen und Reinigen sowie zwei Liter zum Herstellen lebensnotwendiger Güter.

Notbrunnen sollen die Bevölkerung in einer solchen Situation versorgen. In Schwerin sind den Angaben zufolge bis jetzt 16 solche Notbrunnen betriebsbereit ausgebaut worden, in Rostock 19. Dort sollen die Menschen Wasser holen können, wenn aus dem Wasserhahn zu Hause nichts mehr kommt. Für Wismar und Stralsund gibt es dem Bericht zufolge Planungen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden müssten. Für die Landkreise lägen keine Planungen vor.

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