Landtag MV - Plastikmüll : Der Minister und sein DDR-Netz

von 10. Dezember 2020, 18:06 Uhr

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In der Ostsee gesammelter Müll
In der Ostsee gesammelter Müll

Fraktionen einigen sich im Kampf gegen den Plastikmüll in der Ostsee und in MV

Traute Gemeinsamkeit in der Vorweihnachtszeit: Mit den Stimmen aller Fraktionen hat der Landtag die Landesregierung aufgefordert, den Kampf gegen Plastikmüll in der Ostsee und in MV zu verstärken. Der Beschluss geht auf einen Antrag der Linksfraktion zurück. Unter anderem soll die Regierung möglichst gemeinsam mit den anderen Nord-Bundesländern eine Bundesratsinitiative starten. Aber auch vor der eigenen Haustür will die MV-Politik kehren: „Wir haben die Landesregierung unter anderem aufgefordert, einen Maßnahmenkatalog zur Reduzierung von Plastikmüll in der Landesverwaltung zu erarbeiten, mit den Kommunen Mehrwegsysteme zu fördern oder auch zu prüfen, wie in der Industrie unnötige Plastikverpackungen abgeschafft werden können.“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mignon Schwenke. Außerdem solle auch eine verbindliche Mehrwegquote für die Gastronomie geprüft oder Regeln für eine nachhaltige Beschaffung entwickelt werden. Für Schmunzeln und auch etwas unfreiwillige Komik sorgte Agrarminister Till Backhaus (SPD): „Es soll ja Leute geben, die nicht wissen, was sie zwischen Weihnachten und Neujahr machen sollen. Vielleicht nehmen sie ihr altes DDR-Einkaufsnetz, nehmen die Kinder mit, sammeln Müll und werfen ihn dann in die entsprechende Tonne“, warb der Ressortchef für eine wirklich sinnvolle Freizeitgestaltung. Und er hatte noch eine Weisheit aus seinem bekanntermaßen umtriebigen Leben parat: „Ich habe Flaschen und Papier gesammelt. Und ich habe auch Schrott abgeliefert.“ Aber der Minister kann natürlich auch Ernst: „Uns allen ist klar, dass wir weltweit ein Riesenproblem mit Kunststoffabfällen haben. Zu Recht beschäftigen wir uns auch hier im Landtag damit“, sagte Backhaus. Grundproblem von Kunststoffen sei ihre Langlebigkeit. Sie werden in der Umwelt kaum oder extrem langsam ab¬gebaut. Deshalb sei aus seiner Sicht die Abfallvermeidung oberstes Gebot. Recycling von Kunststoffabfällen allein löse das Problem nicht. „Entscheidend ist die Reduzierung der Kunststoffproduktion, insbesondere der Einwegkunststoff-Produktion. Ex und Hopp können wir uns nicht mehr leisten“, sagte Backhaus. Die Initiative war im Agrarausschuss verabredet worden, nachdem die Linke ihren Antrag vorgelegt hatte. Fast alle Redner lobten die gute Zusammenarbeit bei diesem Thema. Foto: benl...

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