Mecklenburg-Vorpommern : Lösung im Streit um Meldung von Corona-Infizierten an Polizei in Sicht

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Nicht die Namen, sondern lediglich die Adressen nachweislich Infizierter sollen weitergegeben werden.

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01. April 2020, 17:07 Uhr

Im Streit um die Meldung corona-infizierter Personen in Mecklenburg-Vorpommern an die Polizei zeichnet sich eine Lösung ab. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen künftig nicht die Namen - wie vom Gesundheitsministerium in einem Schreiben Anfang der Woche gefordert - , sondern lediglich die Adressen nachweislich Infizierter weitergegeben werden. Dabei könnten auch Menschen einbezogen werden, die unter Quarantäne stehen. So soll einerseits der Datenschutz gewahrt und andererseits der Schutz von Einsatzkräften unterstützt werden.

Kritik an der geforderten Herausgabe

Einige Kommunen, wie die Hansestadt Rostock, der Landkreis Vorpommern-Rügen und der Landkreis Ludwigslust-Parchim, hatten sich geweigert, Namen von infizierten Menschen an die Polizei zu geben. Auch Ärzte hatten die geforderte Herausgabe kritisiert.

An der Mecklenburgischen Seenplatte wird bereits so verfahren, wie der Kompromiss aussehen könnte. „Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gibt Listen mit Adressen an seine Integrierte Leitstelle und an die Polizei“, erklärte Sprecherin Haidrun Pergande. „Namen der Betroffenen sind darauf nicht notiert.“ Würden Feuerwehrleute, Rettungsärzte, Sanitäter oder Polizisten zu Einsätzen gerufen, könne ihnen auf Nachfrage mitgeteilt werden, dass sie sich entsprechend zu schützen haben - falls sie zu einer Adresse gerufen werden, die auf der besagten Liste steht.

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