Abgesackte Autobahn bei Tribsees : Loch auf A20: Neues Teilstück frühestens 2023 fertig

Die provisorischen Brücke auf der A20 bei Tribsees darf nur mit maximal 60km/h befahren werden
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Die provisorischen Brücke auf der A20 bei Tribsees darf nur mit maximal 60km/h befahren werden

Die Reparatur der zerstörten Autobahn bei Tribsees dauert länger als geplant.

svz.de von
13. Februar 2019, 12:22 Uhr

Das zerstörte Teilstück der Autobahn 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) wird wohl frühestens Ende 2023 wieder vollständig befahrbar sein. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Bislang war mit einem Abschluss der Bauarbeiten frühestens 2021 gerechnet worden.

Eine Sprecherin des Landesverkehrsministeriums in Schwerin sagte am Mittwoch, die Bauplanungen liefen noch, weshalb nicht seriös gesagt werden könne, wann die im Moor versunkene Autobahn wieder vollständig hergerichtet sein werde. Auch wann die Planungen abgeschlossen und mit den Ausschreibungen begonnen werde, könne sie derzeit nicht sagen.

Neubau des A20-Teilstücks kostet 160 Millionen Euro

Klarer sind die Summen, die der Bau voraussichtlich kosten wird. Allein der Neubau des rund 100 Meter langen, abgesackten Stücks werde wohl 100 Millionen Euro kosten. Ursprünglich war dieser Abschnitt laut Bundesregierung gut 36,6 Millionen Euro teuer. Für Planung, Bau und Miete der Behelfsbrücke, die bereits in Betrieb ist, sollen noch einmal rund 58,4 Millionen Euro hinzukommen, so dass sich die Gesamtkosten wohl auf knapp 160 Millionen Euro summieren werden.

Mit der Brücke einer niederländischen Spezialfirma kann das abgesackte Teilstück seit Dezember immerhin in jede Richtung einspurig befahren werden. Zuvor war der gesamte Autobahnverkehr für 14 Monate über angrenzende Dörfer geleitet worden, was für die Einwohner eine große Belastung darstellte.

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Autos verlieren Teile

Doch die Brücke bringt angeblich auch neue Probleme für Autofahrer mit sich. Laut einem Bericht der „Ostsee-Zeitung“ verlieren Fahrzeuge immer wieder Teile wie Radkappen. Der Grund: Das Bauwerk besteht aus Teilsegmenten, an deren Fugen es beim Überfahren zu Erschütterungen kommt. Die Geschwindigkeit ist deshalb auf 60 km/h begrenzt. Es handele sich bei der Brücke um keine Autobahn, sondern um eine Notlösung - entsprechend vorsichtig müssten Autofahrer fahren, betonte die Ministeriumssprecherin.

Blitzer auf der Behelfsbrücke

Die beiden Blitzer, die das Tempolimit überwachen sollen, lösen dem Landkreissprecher zufolge etwa 850 Mal pro Woche aus. Allerdings erst seit Ende Januar wieder: Zuvor war das Stromkabel der Blitzanlage geklaut worden, so dass vier Wochen gar nichts ging, wie er sagte. Das neue Kabel liege nun in der Erde.

Weiterlesen: Blitzerstatistik auf A20-Umleitung: Mehr als 58.000 Verfahren

Was genau zu dem straßenbaulichen Debakel führte, das im Herbst 2017 begann und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kürzlich als „fürchterliche Schmach“ bezeichnet wurde, ist weiter ungeklärt.

Weiterlesen: Hätte das A20-Loch verhindert werden können?

Seit September versinkt die A 20-Fahrbahn auf knapp 100 Meter Länge im moorigen Untergrund.
Stefan Sauer/dpa

Seit September versinkt die A 20-Fahrbahn auf knapp 100 Meter Länge im moorigen Untergrund.

Tribsees liegt in Merkels Wahlkreis. Zwar wird allgemein davon ausgegangen, dass die Gründung der Fahrbahn aus zahlreichen ins Moor getriebenen Säulen versagte, doch wieso dies geschah, ist laut Bundesregierung noch immer nicht geklärt.

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